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Überlebenskonzept der SFLIns Stadion kommt nur, wer eine Maske trägt

Maskenpflicht, keine Gästefans und ein Stehplatzverbot: So will die Swiss Football League auch die kommende Corona-Saison überleben.

In der Super League sollen bald wieder mehr Zuschauer ins Stadien gehen können. Eine Maskenpflicht soll dies ermöglichen.
In der Super League sollen bald wieder mehr Zuschauer ins Stadien gehen können. Eine Maskenpflicht soll dies ermöglichen.
Foto: Keystone

Die Swiss Football League reagiert auf die immer länger werdende Corona-Krise und hat ein Konzept für die kommende Saison veröffentlicht. Um auch die neue Spielzeit in der Super und Challenge League zu überleben, ist daraus ein umfassendes Dokument mit zahlreichen Schutzmassnahmen entstanden. Grundpfeiler ist eine Maskenpflicht in allen Stadionbereichen – auch für die Zuschauer.

Zudem sollen keine Gästefans in den beiden Ligen mehr zugelassen werden. Ebenso fallen die Stehplätze in der Super League weg. Diese Vorschriften sollen noch mit weiteren Begleitmassnahmen ergänzt werden. So kann ab September wieder jedes Stadion zu mindestens 50 Prozent ausgelastet werden.

«Viele Clubs würden nicht überleben»

Es sei das oberste Ziel, teilte die SFL mit, dass alle Clubs die Covid-19-Pandemie überstehen. Sollte die derzeit geltende Personenbeschränkung in den Stadien aber nicht gelockert werden, «werden viele Fussballclubs nicht überleben». «Auf dem Spiel stehen nicht nur 3000 Arbeitsstellen, sondern auch ein wichtiger Teil unserer Schweizer Kultur», heisst es weiter. Von einem funktionierenden Profibetrieb würden auch andere Bereiche wie Nationalmannschaft, Frauenfussball, Junioren- und Breitensport abhängen. Ob die vom Bund angekündigten Notkredite kommen und greifen werden, sei zudem noch sehr unsicher.

Zwar finden seit dem 19. Juni 2020 wieder Fussballspiele statt, an denen bis zu 1000 Personen im Stadion zugelassen sind. Doch hat diese Massnahme die wirtschaftliche Situation der Fussballclubs nicht verbessert und zusätzliche Kosten verursacht. In der neuen Saison, die am 11. September beginnt, soll sich das ändern.

Der Bundesrat muss nun entscheiden

Doch die Betonung liegt auf dem Wort: sollen. Denn nun liegt es am Bundesrat. Die Swiss Football League hat reagiert, ein Schutzkonzept vorgelegt. Jetzt muss der Bundesrat reagieren, eine Entscheidung fällen. Gemäss der Tamedia-Redaktion sind drei Vorschläge bei den Kantonen und Verbänden in der Vernehmlassung:

– Das vollständige Verbot für alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bis zum 31. März 2021.

– Anlässe mit über 1000 Personen werden (ebenfalls bis Ende März) bewilligungspflichtig.

– Das Verbot wird per 31. August vollständig aufgehoben.

Pappfiguren für den Schein im Zürcher Letzigrundstadion anlässlich eines Geisterspieles in der Challenge League.
Pappfiguren für den Schein im Zürcher Letzigrundstadion anlässlich eines Geisterspieles in der Challenge League.
Foto: Alexandra Wey/Keystone

Wie die Politiker wohl frühestens am 12. August entscheiden werden, ist unklar. Dass Variante 3 kommt, ist jedoch unwahrscheinlich. Zu zahlreich sind dafür im Moment die Neuinfektionen. Und auch Mitglieder der bundesrätlichen Corona-Taskforce rieten von einer ersatzlosen Streichung der 1000er-Grenze zuletzt verschiedentlich scharf ab.

Die Lage ist also ernst. Auch mit dem Überlebenskonzept der SFL. So äussert auch Wanja Greuel, CEO der Young Boys, im Gespräch mit der Tamedia-Redaktion eine klare Meinung. Auf die Frage, was er davon hält, die Zuschauerbeschränkung von 1000 Personen bis März 2021 zu verlängern, sagt er: «Das wäre der Dolchstoss für den Schweizer Sport. Es kommt mir vor, wie wenn wir am Abgrund stünden und jetzt noch hinabgeschubst würden. Für die Idee, die Beschränkung aufrechtzuerhalten, fehlt mir jegliches Verständnis.» Er plädiert dafür, das Stadion halb füllen zu dürfen.

33 Kommentare
    michael thomas

    Die meisten Fans werden ihre Saisonkarten logischerweise nicht verlängern, wenn sie die Spiele nicht mehr besuchen dürfen. Ich werde

    niemals mit einer Maske in einem vorwiegend leeren Stadion anwesend sein. Es ist mir mittlerweile auch egal, ob die Vereine wegen fehlenden Einnahmen konkurs gehen. Ich werde mich einfach an die zahlreichen magischen Nächte erinnern.