Serien-Krimineller muss die Schweiz verlassen

Der Italiener hatte eine 84-jährige Frau in ihrer Basler Wohnung überfallen und gefesselt.

Ein 61-Jähriger hat eine betagte Frau maskiert überfallen und gefesselt. Foto: 20min

Ein 61-Jähriger hat eine betagte Frau maskiert überfallen und gefesselt. Foto: 20min

Franziska Laur

Der 61-jährige Mann, angeklagt wegen rund einem Dutzend Vergehen, nahm das Urteil, drei Jahre Haft und acht Jahre Landesverweis, reglos entgegen. Beides dürfte den Italiener ziemlich schmerzen, kam er doch als Zehnjähriger in die Schweiz und hat hier sein Beziehungsnetz.

Doch dem Gericht blieb fast keine andere Wahl. Zu lang ist das Vorstrafenregister, zu düster die Perspektiven. Am schwersten wog der Überfall auf eine 84-jährige Frau. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der vermummte Mann der Seniorin vor ihrer Wohnung aufgelauert, sie gepackt, gefesselt und aufs Bett geworfen hatte. Als sie sich zu wehren versuchte, versetzte er ihr einen Schlag mit der Faust.

Erdrückende Indizien

Der Mann bestritt die Tat, so musste sich das Gericht auf die Indizien berufen. Und diese wogen schwer. Er hatte die Hausschlüssel der Nachbarswohnung, so dass er ins Haus kam, ohne das Schloss aufbrechen zu müssen. Die Kabelbinder, mit der die alte Frau gefesselt worden war, trugen die DNA-Spuren des Verurteilten. In seiner Wohnung fand man ebenfalls Sturmhauben und Handschuhe.

Dass der Verurteilte sich eine solch alte Frau als Opfer ausgesucht, sie gefesselt und sie geschlagen habe, spreche für eine besondere Gefährlichkeit. Entlastend sei jedoch, dass er keine Waffe benutzt habe, er nicht besonders hart zugeschlagen und auch keinen Knebel benutzt habe. Trotzdem sei er ein Risiko eingegangen, denn mit einer Frau in diesem Alter so umzugehen, könne ihr Leben gefährden. Auch dass er sie gezwungen habe, den Tresor zu öffnen und ihm das Geld, insgesamt betrug die Beute 780 Franken, auszuhändigen, sei verwerflich.

Das Gericht sprach ihn des qualifizierten Raubes und der räuberischen Erpressung sowie wegen weiterer Delikte des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, der Hehlerei, der einfachen Körperverletzung und des Hausfriedensbruchs schuldig. In einigen Anklagepunkten sprach es ihn frei. Eine gute Prognose könne er ihm nicht geben und daher keine teilbedingte Strafe, so der Gerichtspräsident, dafür habe er zu viel angestellt: «Ihr Leben liegt jetzt in Scherben».

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