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Auswertung der Corona-UmfrageSenioren haben keine Angst vor Corona

Die BaZ-Umfrage zeigt: Für viele Junge ist das Coronavirus nur ein Hype. Und die ältere Generation gibt überraschende Antworten.

Seit rund einem Monat befindet sich die Region Basel, genau wie die restliche Schweiz, in einer Art Trance. Sämtliche Restaurants sind zu, die meisten Geschäfte auch, man kann die Tage kaum noch auseinanderhalten. Denn die Stadt ist montags wie freitags einfach nur eines: tot. Was macht diese Situation mit den Menschen in der Region? Haben Sie Angst vor dem Virus? Und schlägt ihnen der Lockdown langsam aufs Gemüt?

Nicht allzu sehr. Laut einer nicht repräsentativen Umfrage, die wir kurz vor Ostern aufgeschaltet haben, kann die grosse Mehrheit relativ gut mit der derzeitigen Situation umgehen. Angst vor dem Virus haben die wenigsten der 4236 Teilnehmer. Zumindest nicht um sich selbst. Um ihre Liebsten sorgen sich hingegen viele: 43 Prozent antworteten auf die Frage, wie sie die Corona-Krise persönlich empfinden würden: «Ich habe keine Angst, sorge mich aber um Freunde oder Verwandte.» In der Alterskategorie der 30- bis 49-Jährigen waren es gar über die Hälfte. Die Jüngeren derweil machen sich ebenfalls Sorgen, nerven sich aber gleichermassen über die «Hysterie um das Coronavirus».

Besonders spannend sind die Antworten aus der Alterskategorie 65+ – den Risikopatienten gemäss Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Der grösste Anteil dieser Gruppe ist der Meinung, dass sowohl Krankheiten wie auch der Tod schlicht zum Leben gehören. Nur etwas mehr als ein Fünftel gibt an, «grosse Angst vor dem Virus» zu haben.

Während sich die Altersgruppen stark in ihrer Wahrnehmung der Krise unterscheiden, sind sich Land- und Stadtbewohner erstaunlich ähnlich. Die meisten nahmen den Lockdown bisher als harmlos wahr – sowohl auf dem Land wie auch in Agglomeration und Stadt. Für einen grossen Teil stellt die momentane Situation «kein Problem» dar. Etwa gleich viele fühlen sich «ein wenig eingeschränkt».

20 Prozent hingegen gaben an, so langsam gehe es ihnen «ans Lebendige». Bei den Stadt- und Agglomerationsbewohnern ohne Balkon ist deren Anteil etwas höher als bei Menschen, die auf dem Land oder zumindest mit Balkon oder Terrasse leben. Die Unterschiede sind jedoch minim.

Was die Massnahmen betrifft, die der Bund bisher getroffen hat, so ist die Zustimmung in der Region gross: 68 Prozent halten diese für «genau richtig so». Auch die Regierungen beider Basel würden «klar und kompetent agieren», urteilt ein Grossteil derer, die sich imstande fühlen, die betreffenden Exekutiven zu beurteilen.

Die Umsetzung der kantonalen und nationalen Regeln gelingt nach Ermessen der befragten Basler und Baselbieter ebenfalls nicht schlecht. Die meisten Menschen würden sich vorbildlich verhalten – bis jetzt zumindest. 1780 Befragte gaben nämlich an, dass die Disziplin mittlerweile nachlasse.

In einem Punkt erfüllt die Exekutive die Wünsche der Umfrage-Teilnehmer nicht: Bei der Lockerung des Lockdowns. 2887 Befragte sind der Ansicht, dass die Läden als Erstes wieder öffnen sollten. Wie der Bundesrat am Donnerstagnachmittag mitteilte, wird dies jedoch erst am 11. Mai der Fall sein. Dafür dürfen die Coiffeurbetriebe bald wieder ihre Kunden bedienen, was fast genauso oft gewünscht wurde wie die Öffnung der Einkaufsgeschäfte. Auf wenig Interesse stösst derweil eine Aufhebung des Versammlungsverbots.

Auch bis zum Restaurantbesuch, der es mit 51 Prozent auf Rang 2 der meistvermissten Aktivitäten während des Lockdowns schaffte, dürfte es noch eine Weile gehen. Klar am meisten fehlen den Menschen in der Region mit über 60 Prozent Zustimmung die Treffen mit Familienmitgliedern und Freunden. Eheprobleme und Angst um den Job derweil belasten lediglich eine Minderheit.

18 Kommentare
    vico

    Vorbelastete alte Menschen sollte man nicht zu den Corona- Toten zählen,den die meisten sind nicht an diesem Virus gestorben,nur die Pharma will es so,und natürlich die Regierungen denn man will uns noch mehr knechten