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Kanon der QuarantäneSelbst Atheisten spüren hier das Höllenfeuer

Wolfgang Amadeus Mozart auf einer Plakatwand in Tokio, Japan. Sein Requiem ist bis heute und weltweit populär.

Gerüchte und Mythen

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2 Kommentare
    Thomas Luchsinger

    Requiem, Höllenfeuer und Corona, das wird dich kein Zufall sein?

    Wahrscheinlich das einzige Werk Mozarts "aus der Sparte Kirchenmusik", das ich wirklich mag, und das liegt daran, das es viel mehr als Kirchenmusik ist.

    Mit der europäischen Kirchenmusik der Evangelischen bin ich herkunftsmässig besser vertraut, die langweiligen Messen der Zwischenzeit vom Ende des Barocks bis zur Klassik Beethovens blieben mir deshalb erspart. Und damit auch Haydn und Mozartmessen. Meistens interpretiert und vor allem gesungen im Stil "obacht Kunst".

    Barocke Totenmessen, auch frühere Teile von Mittelalter bis Renaissance, liebe ich über alles, und das liegt am Thema. Die erste Totenmesse, die ich erstmals vor über vierzig Jahren hörte, war von André Campra, Messe de Requiem, aufgeführt 1695. Das war für mich damals völlig neu - ich war ja auch noch jung und studierte Jura - und hat mich entsprechend erschüttert. Die Aufnahme damals, sie ist aufnahmetechnisch teilweise unbefriedigend, höre (streame) ich immer noch auf meinem Iphone, nebst hundert anderen ungefähr und mit Mozart vielleicht der Abschluss dieser Tradition. Verdi und Brahms, weitere später auch, haben keine Grundlagen im Gottesdienst.

    Totenmessen liebe ich, weil ich mir meiner Endlichkeit immer bewusst war, und das ist nicht bloss Sterblichkeit. Ich bin weder gläubig noch religiös, ein toleranter Kulturchrist, Mitglied der reformierten Landeskirche Zürich. Die Aufführung einer Totenmesse anlässlich meiner Beerdigung erwarte ich nicht, das entspräche nicht meiner bescheidener Bedeutung zu Lebzeiten. Einen Pfarrer im Talar schon, Orgelspiel und einen anständig gesungenen Choral. Die Teilnahme an meiner Beerdigung ist für meine Verwandten Pflicht, schriftliche Entschuldigungen per a-Post werden akzeptiert! Um nicht ganz humorlos zu "Requiem aeternam" zu enden oder zu Corona, das wir einfach als Schicksal hinnehmen müssen.