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Neue Studie über ReichtumSehr viel Geld könnte doch glücklicher machen

Laut einem US-Psychologen steigt die Lebenszufriedenheit mit dem Lohn. Für das Phänomen gebe es einen einfachen Grund. Dennoch sei materieller Reichtum nicht alles.

Mehr Möglichkeiten: Reiche haben das Gefühl, sie hätten mehr Kontrolle über ihr Leben, wie eine neue Studie nahelegt. Szene aus einem Pokerspiel in Las Vegas. (Archivbild)
Mehr Möglichkeiten: Reiche haben das Gefühl, sie hätten mehr Kontrolle über ihr Leben, wie eine neue Studie nahelegt. Szene aus einem Pokerspiel in Las Vegas. (Archivbild)
Foto: Laura Rauch (Keystone)

Menschen mit eher kleinem Lohn konnten sich bislang mit der Annahme trösten, dass ein sehr grosses Gehalt auch nicht glücklicher macht. Das schienen zumindest mehrere wissenschaftliche Untersuchungen nahezulegen. Doch ein US-Forscher widerspricht dem nun in einer grossen Studie im Fachblatt «PNAS».

Für die Arbeit des Psychologen Matthew Killingsworth von der University of Pennsylvania wurden mehr als 33'000 erwerbstätige Erwachsene in den USA an zufälligen Zeitpunkten des Tages über eine App gefragt: «Wie fühlen Sie sich gerade?», lautete etwa eine Frage.

1,7 Millionen Daten wurden danach ausgewertet. Das Ergebnis: Die allgemeine Lebenszufriedenheit und auch das tägliche emotionale Wohlempfinden stiegen mit dem Lohn – und das weit über ein jährliches Haushaltseinkommen von 80'000 US-Dollar (rund 71'000 Franken) hinaus. Einige Forscher gingen zuvor von rund 75'000 Dollar aus, von wo an das emotionale Wohlbefinden nicht mehr steigt. Killingsworth gibt keinen oberen Wert an.

Mehr Kontrolle dank mehr Geld

Als einen der Gründe nennt er, dass reiche Menschen das Gefühl hätten, mehr Kontrolle über ihr Leben zu haben. Killingsworth sieht seine «differenzierte Methodik» als Grund für die abweichenden Resultate: So seien die Probanden mithilfe des Smartphones quasi in Echtzeit befragt worden. Zudem wurden deren Emotionen mittels einer breiten Skala abgefragt.

«Die insgesamt bessere Methode könnte tatsächlich zu dem neuen Ergebnis geführt haben», kommentiert der Soziologe Jan Delhey von der Universität Magdeburg.

Erlebnisse machen glücklicher als Güter

Wichtig sei aber nicht nur, wie viel Geld man habe, sondern auch, wofür man es ausgebe. Erlebnisse machen laut Delhey glücklicher als Güter, weil sie sich weniger abnutzen. Ebenso mache es glücklich, wenn man Geld nicht nur für sich, sondern auch für andere ausgebe.

Und er betont: Für Reiche steige lediglich die Chance auf eine höhere Zufriedenheit. «Im Einzelfall finden wir total unglückliche Bezieher hoher Gehälter genauso wie Menschen mit geringerem Einkommen und hohem Wohlbefinden.»

sda/lif

17 Kommentare
    ewa wagner

    Na endlich! Ich dachte schon lange, dass die Maer ueber "mehr Geld macht nicht gluecklich" nicht stimmt.

    Und die Grenze bei USD 75.000 zu setzen, ist schlicht absurd.