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Seenotrettung im Mittelmeer«Sea-Watch 4» von italienischen Behörden in Palermo festgesetzt

Die Rettung von Menschen entspreche nicht der Registrierung des Schiffes, befanden die Inspektoren. Das Rettungsbündnis United4Rescue bezeichnet diese Begründung als fadenscheinig.

Laut United4Rescue ist es bereits das fünfte Mal, dass ein ziviles Rettungsschiff festgesetzt wird. Im Bild: Die Sea-Watch 4 in einem Hafen in Spanien.
Laut United4Rescue ist es bereits das fünfte Mal, dass ein ziviles Rettungsschiff festgesetzt wird. Im Bild: Die Sea-Watch 4 in einem Hafen in Spanien.
Foto: Keystone

Das deutsche Rettungsschiff «Sea-Watch 4» ist von den italienischen Behörden im Hafen von Palermo festgesetzt worden. Die Behörden kontrollierten das private Hilfsschiff nach Angaben der Betreiber im Hafen von Palermo elf Stunden lang und trafen anschliessend in der Nacht zum Sonntag diese Entscheidung. Nach Angaben des Bündnisses, das die Sea Watch betreibt, werfen die italienischen Inspektoren der «Sea-Watch 4» vor, dass die Rettung von Menschen nicht der Registrierung des Schiffes entspreche.

«Die fadenscheinigen Begründungen zeigen erneut, dass es sich nicht um die Überprüfung der Schiffssicherheit handelt, sondern um eine gezielte Verhinderung ziviler Seenotrettung im zentralen Mittelmeer», sagte Philipp Hahn, Einsatzleiter auf der «Sea-Watch 4» in einer Mitteilung des Bündnisses United4Rescue vom Sonntag. Demnach sollen die deutschen Behörden Sea-Watch erst im Juli bestätigt haben, dass das Schiff alle Sicherheitsvorgaben erfülle.

Laut United4Rescue ist es bereits das fünfte Mal, dass ein ziviles Rettungsschiff festgesetzt wird. 2019 war die «Sea-Watch 3» fast sechs Monate lang beschlagnahmt worden. Die «Sea-Watch 4» war zuletzt bei einem Rettungseinsatz im Mittelmeer unterwegs, anschliessend absolvierte die Crew eine zweiwöchige Quarantäne vor dem Hafen von Palermo. Die «Sea-Watch 4» wird von einem breiten Bündnis von Helfern betrieben, unter ihnen auch die Evangelische Kirche.

SDA/step

55 Kommentare
    Iain Campbell

    Ich bin nie ein Flüchtling gewesen, aber das ist mein Glück, nicht mein Verdienst.

    Allzu viel Kommentatoren scheinen den Unterschied zwischen Glück und Verdienst nicht verstanden zu haben, und massen sich an, Personen verurteilen zu wollen, die Krieg, Verfolgung, Elend und Aussichtlosigkeit entflohen sind.