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Kunstprojekt in Basel
Schweizer Künstlerin hüllt die Globus-Fassade ein

Claudia Comte beim Aufbau ihrer Installation «Waves, Cacti and Sunsets» am Basler Marktplatz.

Die Flaggen wehen schon im Wind, und am Messeplatz fährt ein Lastwagen nach dem anderen vor. In der Stadt Basel ist, rund eine Woche vor dem Beginn der Kunstmesse, an mehreren Ecken bereits ein bisschen Art-Feeling zu spüren. 

Dieses Gefühl von ein wenig Extravaganz und Kunstflair ist auch auf dem Marktplatz angekommen. Dort, wo vom traditionsreichen Warenhaus Globus derzeit nur noch die Fassade vor einer gigantischen Baugrube steht, ist seit Montag eine riesige Kunstinstallation zu sehen. 

Das Projekt «Waves, Cacti and Sunsets», das die Fassade mitsamt den aufeinandergestapelten Baucontainern einfasst, besteht aus schwarz-weissen Linien, blauen, brechenden Wellen und überdimensionierten, marmornen Kakteen vor einem leuchtend orangen Sonnenuntergang. Die Idee der Schweizer Künstlerin Claudia Comte verströmt ein bisschen Sommerlaune und fast schon kitschig anmutende Wildwest-Romantik – in direkter Nachbarschaft zu Bauzäunen, Abdeckblachen und Stahlstützen. In der Medienmitteilung steht zum Projekt: «‹Waves, Cacti and Sunsets› präsentiert sich als Fenster in eine andere Welt, eine Welt der Kontemplation, die vielfältige Anregungen bietet.»

Das Globus-Gebäude ist total entkernt worden, die Fassade dient momentan nur noch der Kunst.

Ausbreitung der Wüsten 

Das Ganze soll aber auch einen kritischen Hintergrund vermitteln: «Die in dem Werk mitschwingenden Untertöne der ökologischen Krise bilden einen unabdingbaren Kontrapunkt zur Traumlandschaft», heisst es in der Beschreibung. Der widerstands- und anpassungsfähige Kaktus, der hier «in eine comicartige Umgebung eingebettet wurde, die gleichermassen Fröhlichkeit wie Optimismus verströmt», symbolisiere die weltweite Ausbreitung der Wüsten.

Claudia Comte ist 1983 in Grancy geboren und lebt und arbeitet in Basel. Das Thema Kakteen begleitet die Künstlerin schon länger, zu ihren Werken gehören zahlreiche Kaktus-Skulpturen aus Marmor oder Holz. Auch das Motiv der schwarz-weissen Linien hat Comte bereits mehrfach umgesetzt, unter anderem als Sonnensegel in Zürich sowie als Stellwände unter anderem in der kalifornischen Stadt Palms Springs oder auch in Saudiarabien.

Eine gigantische Wüstenlandschaft umhüllt die Globus-Fassade noch bis zum 8. Oktober.

Im Rahmen des «Globus Public Art Project», einer Kooperation von Globus und der Fondation Beyeler, wird während der mehrjährigen Renovierung des Warenhauses jedes Jahr eine Künstlerin oder ein Künstler dazu eingeladen, ein Kunstwerk speziell für diesen Ort zu konzipieren und zu gestalten.

Die Installation von Claudia Comte bleibt noch bis zum 8. Oktober an der Globus-Fassade hängen. Die Renovierung des Warenhauses dauert noch deutlich länger, die Eröffnung soll laut Plan im Winter 2025 erfolgen.

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