Das sagt die HSBC über ihre Geschäftspraxis

Die Bank gibt Verfehlungen zu. Allerdings reicht sie einen Teil der Schuld weiter.

Eins Kunden aus über 150 Ländern: Reflektion in der Scheibe einer Genfer HSBC-Niederlassung. Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Eins Kunden aus über 150 Ländern: Reflektion in der Scheibe einer Genfer HSBC-Niederlassung. Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Mario Stäuble@mario_staeuble

Die HSBC Private Bank (Suisse) SA ist die viertgrösste ausländisch beherrschte Bank in der Schweiz. Per Ende 2014 verwalteten ihre Filialen in Genf, Lugano und am Paradeplatz Zürich 68 Milliarden Franken Kundengelder. Die Bank ­gehört zur Hongkong Shanghai Banking Corporation, einem 150 Jahre alten Konglomerat mit Hauptsitz in London.

baz.ch/Newsnet und andere Medien sandten der Bank im Rahmen der Swissleaks-Recherchen Fragenkataloge zu. Die Bank antwortete nicht auf einzelne Vorwürfe. Stattdessen schickte sie den Journalisten eine vierseitige Stellungnahme – ein aussergewöhnliches Papier. Die Bank gibt darin Verfehlungen zu: «Obwohl es zahlreiche Gründe dafür gibt, in der Schweiz ein Bankkonto zu haben, nutzten in manchen Fällen Personen das Bank­geheimnis aus, um undeklarierte Konten zu unterhalten». Das führte laut der Bank dazu, dass man eine Anzahl Kunden hatte, die ihre Steuerverpflichtungen «nicht vollständig» einhielten. «Wir anerkennen das Versagen von Compliance und Kontrolle in der Vergangenheit und sind dafür verantwortlich.»

1750 Spezialisten neu angestellt

Die HSBC Schweiz hat seit dem Datendiebstahl laut eigenen Angaben eine «radikale Transformation» hinter sich. Seit 2012 verlangt sie, dass Kunden «steuertransparent» sind: Besteht der Verdacht, dass ein Kunde Steuervorschriften verletzt, wird sein Konto geschlossen – oder gar nicht erst eröffnet. Global hat die HSBC 1750 neue Compliance-Spezialisten ­angestellt sowie die Anti-Geldwäscherei-Richtlinien verschärft.

Einen Teil der Schuld reicht die HSBC weiter. Die meisten Kunden seien 1999 durch den Kauf der Republic National Bank des brasilianischen Bankers Edmond Safra ins Portfolio gelangt. Republic/Safra habe sich nach «ganz anderen Standards» gerichtet – und eine Kundenbasis gepflegt, die sich über 150 Länder erstreckte. Über 100 dieser Märkte hat die Bank inzwischen aufgegeben, und die Kundenbasis schmolz zusammen: 2007 verwaltete die Bank 30'412 Konten; 2014 waren es noch 10'343.

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