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Zweiter ETH-Professorin droht Entlassung

Eine Professorin sprach in einem Interview über Führungsmängel an der Hochschule. Nun bangt sie um ihre Zukunft.

Die ETH Zürich kommt derzeit nicht aus den Negativschlagzeilen heraus. (Archiv)
Die ETH Zürich kommt derzeit nicht aus den Negativschlagzeilen heraus. (Archiv)
Arnd Wiegmann, Reuters
Ursula Keller, Professorin für Experimentalphysik an der ETH, hielt mit Kritik an der geplanten Entlassung...
Ursula Keller, Professorin für Experimentalphysik an der ETH, hielt mit Kritik an der geplanten Entlassung...
Anthony Anex, Keystone
...ETH-Präsidenten Joël Mesut eine Entlassungsandrohung erhalten. Es ist jedoch unklar, weshalb genau Keller ermahnt wurde.
...ETH-Präsidenten Joël Mesut eine Entlassungsandrohung erhalten. Es ist jedoch unklar, weshalb genau Keller ermahnt wurde.
Gaetan Bally, Keystone
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Nachdem vor einigen Wochen bekannt geworden war, dass die ETH Zürich die Astronomie-Professorin Marcella Carollo entlassen will, weil sie sich gegenüber Doktorierenden unkorrekt verhalten hat, äusserte die Physikprofessorin Ursula Keller harsche Kritik an diesem Entscheid. Nun stünde auch ihr die Entlassung bevor, sagt Keller in der «NZZ am Sonntag».

In einem Interview mit der «Republik» hatte Keller zuvor unter anderem von Führungsmängeln an der Hochschule, Sexismus und Korruption gesprochen; es habe zu viele Ungereimtheiten gegeben, als dass man ihre Kollegin mit gutem Gewissen habe entlassen können. Mit einem männlichen Professor wäre man anders umgesprungen, sagt Keller.

Nun habe sie aufgrund ihres Ganges an die Öffentlichkeit eine schriftliche Ermahnung vom ETH-Präsidenten Joël Mesot erhalten. Die ETH ziehe in Betracht, ihre Entlassung einzuleiten, so Keller.

Finanzkontrolle überprüft ETH

ETH-Sprecherin Vanessa Bleich bestätigte der «NZZ am Sonntag» die Ermahnung an die Adresse Kellers, weshalb diese erfolgte, könne die ETH «aus juristischen Gründen» nicht sagen. Offiziell sagen könne sie, dass die Ermahnung nicht aufgrund Kellers Gang an die Öffentlichkeit geschrieben worden sei: «Diese Aussage ist nicht korrekt.»

Die Causa ETH wird nun auch vom obersten Finanzaufsichtsorgan der Schweizerischen Eidgenossenschaft in Bern beleuchtet: Aufgrund von diversen Hinweisen und Meldungen will die Eidgenössische Finanzkontrolle wissen, ob an der ETH in Zürich und Lausanne alles mit rechten Dingen zugeht. Man habe deshalb eine Prüfung der beiden Hochschulen angesetzt, so die zuständige Leiterin Eveline Hügli in der «NZZ am Sonntag».

Geprüft werden soll ausschliesslich das Thema der zielführenden Mittelverteilung an die Professorinnen und Professoren. Offenbar gebe es einen Zusammenhang mit den Vorwürfen Kellers, schreibt die «NZZ am Sonntag» mit Verweis auf eine Quelle, die das bestätigt. Ende Juni soll der Kontrollbericht vorliegen.

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