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Zürich und das Tessin planen ein gemeinsames Medizinstudium

Frühestens ab 2014 können Medizinstudenten ihre Masterausbildung im Tessin absolvieren. Mittelfristig sollen so 100 neue Studienplätze entstehen.

Will mit Zürich zusammenarbeiten: Die Università della Svizzera Italiana in Lugano. (Archivbild Keystone)
Will mit Zürich zusammenarbeiten: Die Università della Svizzera Italiana in Lugano. (Archivbild Keystone)

Wer an der Universität Zürich (UZH) Medizin studiert, kann künftig seine Master-Ausbildung im Tessin absolvieren. Die Uni Zürich (UZH) und die Tessiner Università della Svizzera Italiana (USI) planen einen gemeinsamen Studiengang.

Ziel ist es, an der USI einen Master-Studiengang in Humanmedizin einzuführen und damit die Anzahl Studienplätze in Humanmedizin in der Schweiz zu erhöhen. Noch ist das Projekt allerdings wenig konkret. Die offizielle Absichtserklärung der USI zur Realisierung eines gemeinsamen Studienganges sei «Auftakt zu einer Projektzusammenarbeit», teilt die USI mit.

Ausbau auf 100 Plätze

Vorgesehen ist laut Mitteilung, dass sich Medizinstudierende an der USI einschreiben, dann in Zürich ein dreijähriges Bachelor-Studium absolvieren und anschliessend im Tessin das dreijährige Klinikum mit Masterabschluss durchlaufen. Die Tessiner Kantonsspitäler und verschiedene Privatkliniken und Arztpraxen machen dabei mit.

USI-Präsident Piero Martinoli hofft, dass die ersten Studierenden ab Studienjahr 2014/15 im Tessin ihren Master-Studiengang absolvieren – realistisch sei aber eher ein Jahr später, räumte er ein. Angestrebt werde ein Ausbau auf 100 Plätze, man beginne aber mit weniger.

Eine erste Machbarkeitsstudie kommt laut USI zum Schluss, dass eine humanmedizinische Ausbildung auf klinischer Ebene im Tessin möglich sei. Voraussetzung sei aber die Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Universitäten sowie die Unterstützung von öffentlichen und privaten klinischen Einrichtungen im Tessin. Bis Ende Jahr wird dem Regierungsrat ein zweiter Bericht vorgelegt.

Das Parlament sollte dann im Laufe des nächsten Jahres, eventuell Anfang 2014 entscheiden, so Martinoli. Der USI-Präsident ist zuversichtlich: «Die Atmosphäre ist gut», sagte er.

Zusammenarbeit auch mit anderen

Zusätzlich zur offiziellen Partnerschaft zwischen USI und USZ strebt die USI gemäss Mitteilung die Zusammenarbeit auch mit anderen medizinischen Fakultäten in der Schweiz an. Auch hier gehe es in erster Linie darum, Bachelor-Absolventen den Master-Studiengang im Tessin zu ermöglichen.

Die USI hat die Universitäten Basel, Bern, Freiburg und Genf im Auge, so Martinoli. Zürich habe man aus mehreren Gründen als privilegierte Uni und «institutionelle Basis» gewählt: Aufgrund der geografischen Lage, weil es hier schon heute sehr viele Studierende aus dem Tessin gebe, und auch, weil von Anfang an das Echo von UZH und Bildungsdirektion sehr positiv gewesen sei.

Gute Karte «Cardiocentro»

Zwischen Zürich und dem Tessin wurde bereits im vergangenen Frühling eine Zusammenarbeit auf medizinischem Gebiet vereinbart: Das Zürcher Unispital, die UZH und das Herzzentrum Cardiocentro Ticino in Lugano haben sich zur engen Zusammenarbeit in der Kardiologie und der Herzchirurgie entschlossen.

Die UZH hat das Cardiocentro laut Martinoli offiziell als medizinische Ausbildungsstätte anerkannt. Diese Kooperation stehe nicht in direktem Zusammenhang mit der universitären Zusammenarbeit, sagte Martinoli. Aber es sei «eine gute Karte» dafür.

(SDA)

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