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Zürcher SVP setzt auf die Zuwanderung und Blocher

Christoph Blocher soll im Herbst in den Ständerat ziehen. Die umstrittene Nationalratsliste wurde von der Zürcher SVP, trotz erneuter Kritik, gutgeheissen.

Keiner könne die Kohlen besser aus dem Feuer holen als der ehemalige Bundesrat aus Herrliberg: Christoph Blocher.
Keiner könne die Kohlen besser aus dem Feuer holen als der ehemalige Bundesrat aus Herrliberg: Christoph Blocher.
Keystone

Das Thema Zuwanderung und Christoph Blocher sollen der SVP im Kanton Zürich im Wahlherbst zum Erfolg verhelfen. Die Delegierten nominierten den 70-jährigen Alt-Bundesrat am Dienstagabend in Uitikon für den Stände- und für den Nationalrat.

Die Nomination des SVP-Übervaters Christoph Blocher als Ständeratskandidat war reine Formsache. Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde er von den 334 Delegierten auf den Schild gehoben.

In Zürich, ja in der ganzen Schweiz gebe es keinen Politiker, der erfahrener sei als der Politiker und Unternehmer Christoph Blocher, sagte der Präsident der Listengestaltungskommission, alt Nationalrat Walter Frey. Keiner könne die Kohlen besser aus dem Feuer holen als der ehemalige Bundesrat aus Herrliberg.

«Ständerat darf keine Dunkelkammer sein»

Blocher selbst stellte fest, die Wahl vom 23. Oktober sei wichtig - nicht nur für den Nationalrat, sondern auch für den Ständerat. Die «Chambre de réflexion» sei in den letzten Jahren in ein linkes Fahrwasser geraten.

Das habe damit zu tun, dass die Ständerätinnen und Ständeräte nicht zeigen müssten, wie sie abstimmen. Der Ständerat dürfe aber nicht mehr eine «Dunkelkammer» sein.

Er werde im Wahlkampf alles tun, was er könne, rief Blocher nach der Nomination in den Saal. Wer nicht zu den Werten der SVP stehe, sei nur auf dem Papier Schweizer. Deshalb wählten Schweizer SVP.

Im Kampf um einen der beiden Zürcher Sitze im Ständerat erwartet Blocher starke Konkurrenz. Die beiden Bisherigen Felix Gutzwiller (FDP) und Verena Diener (GLP) treten wieder an. Dazu kommen Bewerbungen von SP, Grünen, CVP und EVP. Ein zweiter Wahlgang dürfte deshalb sehr wahrscheinlich sein.

Jungpolitikerin Borer auf dem zweiten Listenplatz

Einzelne kritische Anmerkungen gab es zur Nationalratsliste. So vermisste etwa Roberto Martullo, Präsident der SVP Meilen und Schwiegersohn von Blocher, einen «ausgewogenen Mix aus aus erfahrenen Kämpfern und jungen, dynamischen Leuten». Eine Rückweisung der Liste an den Parteivorstand lehnten die Delegierten mit 301 gegen 19 Stimmen ab.

Als Ständeratskandidat war Blocher für den ersten Listenplatz gesetzt. Der SVP-Chefstratege hat damit gute Chancen, im Herbst ein parlamentarisches Comeback zu schaffen. Blocher gehörte bereits 1979 bis 2003 der grossen Kammer an. Danach war er vier Jahre Bundesrat, bevor er 2007 abgewählt wurde.

Den zweiten Listenplatz belegt die Präsidentin der Jungen SVP, Anita Borer. Die 24-jährige Studentin aus Uster war erst im April in den Zürcher Kantonsrat gewählt worden. Es ist ihr erstes politisches Mandat. Die Plätze 3 bis 13 belegen Bisherige.

Wichtige Richtungswahl

Bei den Wahlen am 23. Oktober gehe es um nichts weniger als um die Unabhängigkeit und Freiheit, sagte Kantonalpräsident Alfred Heer. Die SVP sei die einzige Partei, die sich von jeher gegen einen EU-Beitritt, das Schengen-Abkommen und die Personenfreizügigkeit ausgesprochen habe.

Der Präsident der SVP Schweiz, Toni Brunner, rief die Zürcher SVP zu einem engagierten Wahlkampf auf. Mit Christoph Blocher habe die Kantonalpartei «das Zugferd schlechthin». Mit ihm und mit der gut durchmischten Nationalratsliste habe die Partei alles Potenzial, im Herbst einen Sitz zuzulegen.

SDA/mrs

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