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«Wir riskieren, in 20 Jahren eine ganz andere Uni zu haben»

Zu viel Nähe von Wirtschaft und Wissenschaft ist gefährlich, ist Staatsrechtler Markus Müller überzeugt. Er warnt davor, die Hochschulen von privatem Geld abhängig zu machen.

Kritisiert die Mitsprache von Unternehmen bei der Besetzung von Professuren: Markus Müller, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Bern.
Kritisiert die Mitsprache von Unternehmen bei der Besetzung von Professuren: Markus Müller, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Bern.
Valérie Chételat

Herr Müller, das Schweizer Radio und Fernsehen hat zutage gefördert, zu welchen Bedingungen sich Universitäten Lehrstühle sponsern lassen. Wie dramatisch sind diese?

Einzelne Verträge sind höchst problematisch. Einem Pharmakonzern beispielsweise das Recht einzuräumen, Forschungsresultate vor der Publikation abzuändern, ist inakzeptabel. Auch Einsitznahmen in Berufungskommissionen gehen nicht. Es scheint sich aber um nur wenige Fälle mit solch dreisten Klauseln zu handeln. Dramatisch ist vielmehr, dass sich Universitäten und Forschende immer mehr in ökonomische Abhängigkeiten begeben, ohne sich der damit verbundenen Risiken bewusst zu sein und sie offen zu diskutieren.

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