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Warum Türken und Ex-Jugoslawen häufiger bei der IV landen

Die Quote neuer IV-Renten ist bei Erwachsenen aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien markant höher als bei Schweizern. Eine Studie des Bundes nennt die Gründe.

Gründlich abgeklärt: ein Ausweis einer IV-Bezügerin.
Gründlich abgeklärt: ein Ausweis einer IV-Bezügerin.
Keystone

Eine Bundesstudie erklärt die höhere Quote neuer IV-Rentner bei Personen aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien insbesondere mit der Gesundheit, aber auch Unterschieden bei Ausbildung, Jobchancen und Integration spielen eine Rolle.

Im Nachgang der Scheininvalidendiskussion hat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) mit zwei Studien untersucht, warum manche Ausländergruppen deutlich häufiger eine IV-Rente bekommen als Schweizer. Die «Neuberentungsquote» lag 2007 mit 0,83 Prozent am höchsten bei Türken, für Schweizer hingegen bei 0,29 Prozent.

Die eine Studie überprüfte die Verfahren der Abklärungen vor einem Rentenentscheid. Sie kam zum Schluss, dass der Rentenanspruch von ausländischen Antragstellenden «mindestens ebenso gründlich abgeklärt» werde wie bei Schweizern, wie das BSV am Donnerstag mitteilte. Die IV-Stellen bevorzugten Ausländer also nicht.

Gesundheitszustand und Erwerbsintegration

Die zweite Studie verglich die soziale und gesundheitliche Situation. Sie berücksichtigt die berufliche und soziale Unterschichtung von Ausländern, welche ein höheres Rentenrisiko impliziere, und die jüngere Altersstruktur, die ein tieferes erwarten liesse. Diese beiden Faktoren heben sich indes etwa auf.

Als Hauptfaktor für die unterschiedlichen IV-Quoten identifiziert die Studie Gesundheitszustand und Erwerbsintegration: Statistisch sind Migranten aus der Türkei und Ex-Jugoslawien deutlich schlechter ausgebildet als Schweizer, arbeiten öfter körperlich hart und haben seltener leitende Stellen.

Bemühungen zur Verbesserung im Gange

Wolle man die Unterschiede der IV-Quoten ausgleichen, müsse man die betreffenden Ausländer besser im Erwerbsleben integrieren und auch den Gesundheitsschutz bei der Arbeit verbessern, rät die Studie. Laut Communiqué sind bereits Bemühungen im Gange. Ferner würden vermehrt Übersetzungsprofis zu besserer medizinischer Behandlung verhelfen.

SDA/jak

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