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Rechtsextreme treffen sich trotz Verbot

Das von der Polizei verhinderte Treffen von Rechtsextremen in Saxon hat offenbar doch stattgefunden. Die Teilnehmer prahlen mit Bildern von der Versammlung – eine Ortschaft weiter.

Mit rund 80 Beamten hat die Kantonspolizei Wallis ein nicht angemeldetes Treffen von Rechtsextremisten in Saxon verhindert. (5. November 2016)
Mit rund 80 Beamten hat die Kantonspolizei Wallis ein nicht angemeldetes Treffen von Rechtsextremisten in Saxon verhindert. (5. November 2016)
Keystone
Rund sechzig Personen wurden in einer Kantine neben einem Fussballfeld kontrolliert.
Rund sechzig Personen wurden in einer Kantine neben einem Fussballfeld kontrolliert.
Keystone
Bei den Teilnehmern handelte es sich um Westschweizer, einige Walliser und Franzosen. Wer die Verantwortung trägt, werde zurzeit abgeklärt, schrieb die Polizei in einer Mitteilung.
Bei den Teilnehmern handelte es sich um Westschweizer, einige Walliser und Franzosen. Wer die Verantwortung trägt, werde zurzeit abgeklärt, schrieb die Polizei in einer Mitteilung.
Sedrik Nemeth, Keystone
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Die Kantonspolizei Wallis hat am Samstag mit einem Grossaufgebot ein Treffen von Rechtsextremisten in Saxon verhindert. Achtzig Sicherheitskräfte wurden mobilisiert, um rund sechzig Personen in einer Kantine neben einem Fussballfeld zu kontrollieren. Nun prahlen die Organisatoren auf Facebook damit, dass das Treffen eine Ortschaft weiter in Fully trotzdem stattgefunden habe.

Gemäss der Zeitung «20 Minutes» konnte sich der Sprecher der Kantonspolizei, Jean-Marie Bornet, noch nicht genauer zur Behauptung der Organisatoren äussern. «Wir klären das zurzeit ab», so Bornet. «Nach der Aktion am Samstag in Saxon hat ein Grossteil der Teilnehmer das Wallis verlassen. Auf den veröffentlichten Fotos sieht man im Übrigen auch nur 25 Personen, nicht sechzig.» Die Polizei habe gestern Samstag alle Teilnehmer identifiziert und sie über das Kundgebungsverbot informiert.

Zweistündige Polizeiaktion am Samstag

Zum Grund für das Verbot äusserte sich ein Polizeisprecher gestern auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Versammlung sei im Vorfeld nicht angemeldet worden und deshalb auch nicht bewilligt gewesen. Nach der Identifikation seien die Rechtsextremen aufgefordert worden, den Kanton zu verlassen. Ein Staatsanwalt sei auch vor Ort gewesen.

Die gestrige Polizeiaktion habe rund zwei Stunden gedauert und sei ohne Zwischenfälle verlaufen. Bei den ungefähr sechzig Teilnehmern handelte es sich um Westschweizer, einige Walliser und Franzosen. «Wer die Verantwortung trägt, wird zurzeit abgeklärt», schrieb die Polizei am späten Samstagabend in einer Mitteilung.

Risiken für öffentliche Ordnung

Die Waadtländer Regierung hatte am vergangenen Mittwoch eine für das Wochenende geplante «Konferenz zum Nationalismus» verboten. Der Entscheid wurde mit Risiken für die öffentliche Ordnung begründet.

Danach beschlossen die Organisatoren laut der Polizei, die Veranstaltung ins Wallis zu verlegen. Es seien entsprechende SMS ausgetauscht worden. «Dank den erhaltenen Informationen der verschiedenen Westschweizer Kantonspolizeikorps und der Bundesbehörde konnte man den Treffpunkt, an welchem diese nicht erlaubte Veranstaltung durchgeführt werden sollte, eruieren», schrieb die Polizei am Samstag. Die Polizei hat bislang nicht bestätigt, ob das Treffen wie von den Organisatoren behauptet stattfand.

Mehrere Polizeien in Bereitschaft

Neben dem Wallis hatten am Samstag andere Westschweizer Kantone auf ihrem Gebiet ebenfalls ein Dispositiv in Bereitschaft, falls die Veranstaltung auf ihrem Gebiet stattgefunden hätte. Sie standen als Verstärkung zur Verfügung. Die mehr als hundert Angestellten der Kantonspolizeien Freiburg, Genf und Waadt mussten aber nicht aufgeboten werden.

Die Bekanntgabe der Konferenz hatte nach dem Rechtsrockkonzert in Unterwasser SG von Mitte Oktober mit 5000 Teilnehmern hohe Wellen geschlagen.

SDA/nag

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