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Vogt-Schild klagt gegen Tamedia wegen «Lockvogelangebot»

Der Solothurner Vogt-Schild-Verlag klagt das Zürcher Medienunternehmen Tamedia wegen unlauteren Wettbewerbs ein. Tamedia spricht von einem marktüblichen Mailing.

Der Herausgeber der «Solothurner Zeitung» wehrt sich damit gegen ein «Billigstabo-Angebot» von Tamedia für das Konkurrenzblatt.

Die Klage gegen Tamedia sei am 3. September beim Richteramt Solothurn-Lebern deponiert worden, sagte Vogt-Schild-Chef Christian Müller zu einem Bericht des Branchenmagazins «Schweizer Journalist». Müller wirft dem Medienunternehmen Tamedia unlauteren Wettbewerb vor.

Der Medienkonzern Tamedia hatte im Sommer ein gemeinsames Jahresabo des «Solothurner Tagblatt» und der «SonntagsZeitung» für 100 Franken angeboten. Das sei eine «klare Kampfansage» an die «Solothurner Zeitung», sagte Müller.

Das «Billigabo» werde zu einem «unerlaubten Dumpingpreis» angeboten. Allein schon die variablen Kosten für Papier und Zustellung machten 260 Franken aus. Das «Lockvogelangebot» der Tamedia verstosse damit gegen das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb.

Billigabos zeitlich limitieren

Mit der Klage gehe es nicht darum, Tamedia zu bestrafen oder Schadenersatz zu verlangen, betonte der Vogt-Schild-Chef. «Wir wollen eine Zeitlimite definiert haben für Zeitungsabonnemente, die unter dem Selbstkostenpreis angeboten werden». Vorgeschlagen werde in der Klage eine Limite von vier Monaten.

Gegen zeitlich klar limitierte Angebote unter den variablen Gestehungskosten sei nichts einzuwenden, betonte Müller. Das gehöre zum normalen Konkurrenzkampf auf dem Zeitungsmarkt. Nicht aber für Jahresabonnemente.

Espace Media Groupe bedauert Klage

Christopher Wehrli, Sprecher der Espace Media Groupe, bedauerte auf Anfrage die Klage der Vogt-Schild. Das Sonderangebot sei ein «marktübliches Mailing», das auch von andern Verlagen praktiziert werde. Mit unlauterem Wettbewerb habe dies nichts zu tun.

Die Aktion sei Ende September abgeschlossen. «Wir behalten uns aber je nach nach Entscheid des Gerichtes auch künftig solche Angebote vor», stellte Wehrli fest. Die Aktion mit dem Kombiangebot «Solothurner Tagblatt» und «SonntagsZeitung» sei vor allem 2007 sehr erfolgreich verlaufen.

Austritt aus Zeitungsverlegerverband

Aus Protest gegen das «Dumpingangebot» der Tamedia hat Vogt-Schild zudem vorsorglich die Mitgliedschaft beim Verband Schweizer Presse gekündigt. «Wir können nicht akzeptieren, dass sich die Mitglieder des Verbandes mit unlauteren Mittel gegenseitig kaputt machen».

Über den definitiven Austritt müsse aber noch der Verwaltungsrat des Unternehmens entscheiden, hielt Müller fest. Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument will am Jahreskongress der Schweizer Presse einen Vermittlungsversuch unternehmen.

Das «Solothurner Tagblatt» erscheint seit Oktober 2001 als Kopfblatt der «Berner Zeitung» aus dem Haus der Espace Media Groupe. Die Gruppe gehört seit 2007 zum Tamedia-Konzern, der nebst dem «Tages-Anzeiger» auch die «SonntagsZeitung» sowie weitere Titel verlegt.

An der Herausgeberin der «Solothurner Zeitung» (SZ) - der Vogt-Schild/Habegger Medien AG (VHS) - ist die AZ Medien Gruppe von Verleger Peter Wanner mit 35 Prozent beteiligt. Die SZ erscheint im Medienverbund der «Mittelland Zeitung».

SDA/mus

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