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Verrechnungssteuer erfüllt ihren Zweck nicht mehr

Wegen der tiefen Zinsen ist der Anreiz klein, das Bankguthaben zu deklarieren und die Verrechnungssteuer zurückzufordern. Das stellt den Staat vor Probleme.

Es gibt Hinweise darauf, dass vermehrt Geld zu Hause gelagert wird statt auf der Bank. Foto: Allan Swart (Alamy)
Es gibt Hinweise darauf, dass vermehrt Geld zu Hause gelagert wird statt auf der Bank. Foto: Allan Swart (Alamy)

Zeigt sich heute eine Bank grosszügig, gewährt sie ihrem Kunden 0,1 Prozent Zins auf sein Guthaben und überweist ihm dafür Ende Jahr ein paar Franken. Das deckt nicht einmal annähernd die Bankspesen, aber der Sparer ist heute schon froh, wenn er keine Negativzinsen bezahlen muss.

Ärgerlich sind die tiefen Zinsen aber nicht nur für Kleinsparer, sondern auch für den Bund, denn sie setzen faktisch die Verrechnungssteuer ausser Kraft. Der Bund schuf diese im Inland nämlich nicht etwa, um Geld einzunehmen, sondern um zu verhindern, dass Steuern hinterzogen werden. Banken und Unternehmen müssen deshalb 35 Prozent aller Erträge über 200 Franken aus Bankkonti und Wertschriften an die eidgenössische Steuerverwaltung weiterleiten. Diese gibt sie den Besitzern zurück, wenn diese ihre Konti in der Steuererklärung deklarieren. Tun dies alle, verdient der Bund ausser Zinsen keinen Rappen ­damit. Weil die Zinsen aber heute so tief sind, dass viele Sparer ohnehin nur noch ein paar Rappen zurückerstattet bekommen, sinkt der Anreiz, die Gut­haben zu deklarieren.

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