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USA-Reisen nur noch mit Internetregistrierung

Wer ab dem 12. Januar in die USA fliegen will, muss mindestens 72 Stunden vorher ein Internetformular ausfüllen. Ansonsten darf er das Flugzeug in Kloten nicht besteigen.

Der «Kampf gegen den Terrorismus» führt zu einer weiteren Verschärfung der US-Einreisebestimmungen. Touristen und Geschäftsleute müssen sich künftig mindestens drei Tage vor ihrer Amerikareise online registrieren. Wer dies vergisst, schafft es nicht ins Flugzeug. Die Airlines müssen nämlich vor dem Boarding kontrollieren, ob die Passagiere über eine elektronische «Reisegenehmigung» verfügen.

Davon betroffen sind nicht nur Schweizerinnen und Schweizer, sondern auch Bürger von 26 anderen Staaten, die für Kurzaufenthalte bis zu drei Monaten kein Visum brauchen. Sie müssen auf der Internetseite https://esta.cbp.dhs.gov ihre Personalien, ihre E-Mail-Adresse sowie Daten aus dem Pass angeben. Danach müssen sie Fragen beantworten wie: «Leiden Sie an einer ansteckenden Krankheit?», «Sind Sie drogenabhängig?», «Reisen Sie zum Zweck krimineller oder sittenwidriger Handlungen?», «Sind Sie an Spionage- oder Sabotageakten, an terroristischen Aktivitäten oder an Völkermord beteiligt?» Es handelt sich dabei um dieselben Fragen, die USA-Reisende bisher auf einem grünen Formular im Flugzeug beantworten mussten. Laut der Internetseite dauert das Ausfüllen rund 15 Minuten pro Person.

Geschäftsleute sollten sich vorsehen

Auch Kinder, die noch kein eigenes Flugticket benötigen, müssen die Prozedur durchlaufen. Sobald die Daten eingegeben sind, gleicht sie der Computer mit Datenbanken der US-Strafverfolgungsbehörden ab und erteilt je nachdem die elektronische Reisegenehmigung oder eben nicht. Diese Genehmigung berechtigt aber nur zum Besteigen des Flugzeugs. Ob man in die USA einreisen darf, entscheidet nach wie vor der Grenzbeamte in Amerika. Und: «Eine elektronische Reisegenehmigung kann zu jeder Zeit und aus jedem beliebigen Grund wieder entzogen werden», heisst es auf der Internetseite.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist offensichtlich nicht begeistert über das Prozedere. «Man wird mit dem neuen System leben müssen», sagt Sprecher Georg Farago. Kurzfristige Reisen in die USA würden wohl schwieriger. Aber jedes Land habe nun einmal das Recht auf eigene Einreisebestimmungen. Die Schweiz gedenke daher nichts dagegen zu unternehmen.

Problematisch wird es künftig für Geschäftsreisende, die kurzfristig in die USA reisen sollten und deshalb die 72-Stunden-Frist nicht einhalten können. Wer mit einem solchen Szenario rechnet, sollte sich schon jetzt präventiv um eine Reisegenehmigung bemühen. Denn diese ist zwei Jahre lang gültig, sofern auch der Pass während dieser Zeit nicht abläuft. Gegenwärtig sind die Reisegenehmigungen noch gratis. Doch die USA halten auf ihrer Internetseite fest: «Es ist möglich, dass zukünftig eine Antragsgebühr zu entrichten ist.»

Die Reisebüros gehen nicht davon aus, dass dies USA-Reisende abschreckt. «Sie sind sich mittlerweile gewohnt, dass es immer wieder Änderungen gibt», sagt Sandra Studer von Globetrotter. Der tiefe Dollar und die Wahl von Barack Obama führten vielmehr dazu, dass die Schweizerinnen und Schweizer wieder vermehrt in die USA reisten. Auch Tui und M-Travel sehen im neuen Prozedere kein grosses Problem. Alle Kunden, die eine USA-Reise buchen, würden darauf hingewiesen. Und wer keinen Computer habe, könne das Internetformular im Reisebüro ausfüllen lassen.

«Niemand hat etwas dagegen getan»

Die Swiss informiert auch jene Reisenden, die den Flug direkt bei ihr buchen. Am Ende ist aber jeder Passagier selbst für die Registrierung verantwortlich. Man müsse die neuen Bestimmungen respektieren, sagt Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel. «Die USA haben so entschieden, und niemand hat etwas dagegen getan.»

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