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Unneutrale Krawatte

SVPler biedern sich im Iran an, indem sie ohne Not auf die Krawatte verzichteten.

Fernsehauftritt im Iran: Schlüer (3.v.l.), Reimann, Baettig und Nidegger.
Fernsehauftritt im Iran: Schlüer (3.v.l.), Reimann, Baettig und Nidegger.
PD
Vorsitzender des Komitees für nationale Sicherheit und Aussenpolitik im iranischen Parlament: Alaeddin Boroujerdi während einer Pressekonferenz. (Archivbild)
Vorsitzender des Komitees für nationale Sicherheit und Aussenpolitik im iranischen Parlament: Alaeddin Boroujerdi während einer Pressekonferenz. (Archivbild)
Reuters
Will nicht vorverurteilen, weil er die medialen Mechanismen kennt: Der grüne Nationalrat Geri Müller.
Will nicht vorverurteilen, weil er die medialen Mechanismen kennt: Der grüne Nationalrat Geri Müller.
Keystone
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Als Mahmud Sariolghalam, Berater des iranischen Präsidenten, heuer am WEF in Davos mit Krawatte auftrat, merkte man auf: aha, ein mutiger Mann! Sariolghalam erntete prompt Kritik von Landsleuten. Die Krawatte ist nicht Teil des Looks, der iranischen Behördenvertretern verordnet ist; dessen Offizielle tragen den Kragen demonstrativ offen. Manche Kleidungsstücke sind nun einmal eminent politisch. Gerade in einem Land, dessen islamische Revolution sich als Kulturrevolution versteht und den Leuten den Westen austreiben will. Die sechs SVP-Politiker, die eben durch den Iran reisten und Funktionäre trafen, müssten das wissen. Just aus ihrer Ecke hagelte es Kritik, als die Schweizer Aussenministerin Calmy-Rey 2008 beim Treffen mit dem iranischen Präsidenten ein Kopftuch trug. Und doch biederten sich die SVPler jetzt an, indem sie auf die Krawatte verzichteten. Und zwar ohne Not.

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