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Unia sagt Ausländerhass den Kampf an

Die Gewerkschaft Unia hat eine Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit lanciert. Sie will ein Zeichen gegen das «in der Schweiz herrschende Klima der Ausgrenzung» setzen – und schlägt einen harten Ton an.

Treten gegen eine Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas an: Unia-Mitglieder an einer Demonstration in Basel. (8. August 2011)
Treten gegen eine Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas an: Unia-Mitglieder an einer Demonstration in Basel. (8. August 2011)
Keystone

Schmutzige Operationssäle, vernachlässigte Betagte, Ärztemangel und keine neuen Zugtunnels: Ohne ausländische Arbeitskräfte wäre die Schweiz weitaus weniger komfortabel, ist die Gewerkschaft Unia überzeugt. Statt Anerkennung schlügen Menschen mit ausländischen Wurzeln hierzulande aber oft Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit entgegen.

«Rechtspopulistische Kreise bewirtschaften die Ausländerfrage seit Jahren und vergiften das gesellschaftliche Klima auf gefährliche Art und Weise», teilte Unia mit. Diesen Kreisen gehe es nicht um Lösungen, sondern sie polemisierten gegen Einwanderer, um bei den Wahlen besser abzuschneiden. Nun sei es an der Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.

Mit ihrer Kampagne «Ohne uns, keine Schweiz. Stopp Fremdenfeindlichkeit» will die Gewerkschaft jenen Menschen eine Stimme geben, welche die «Hetzkampagnen satt haben». Zudem müsse endlich auch die grosse Bedeutung der ausländischen Mitmenschen für die Schweiz aufgezeigt werden.

Postkarten und Fahnen

In den nächsten vier Monaten verteilt die Unia an ihre Mitglieder Postkarten mit Botschaften gegen Fremdenfeindlichkeit; unter der Webseite www.ohne-uns-keine.ch können Interessierte Fahnen mit dem Kampagnen-Slogan bestellen und diese vor den Fenstern zu Hause oder am Arbeitsplatz aufhängen. Geplant sind auch Aktivitäten auf öffentlichen Plätzen.

Zum Abschluss der Kampagne findet am 17./18. Dezember ein internationaler Migrationstag statt. Dieser war im Februar am Weltsozialforum in der senegalesischen Hauptstadt Dakar beschlossen worden. Für die Schweiz hat Unia die Koordination übernommen.

Kritik an der SVP

Mit ihrer Kampagne zielt die Gewerkschaft auch auf die SVP: «Wie fühlt man sich wohl als ausländischer Tourist, der als erstes am Bahnhof ein Plakat sieht, auf welchem suggeriert wird, die Ausländer würden die Schweiz wie eine Armee bedrohen?», fragte Rita Schiavi, Geschäftsleitungsmitglied der Unia, vor den Medien in Bern.

Sie sprach damit die Plakate an, mit denen die SVP für ihre Volksinitiative «gegen Masseneinwanderung» wirbt. Ausgerechnet diejenige Partei, die sich als schweizerischste Partei aller Schweizer Parteien darstelle, führe sich «mit ihren Hetzkampagnen ganz und gar unschweizerisch» auf, sagte Schiavi. Denn der Erfolg der Schweiz stütze sich seit jeher auch auf die Migration.

Negativer Standortfaktor

Dies belegten Zahlen: So haben etwa 69 Prozent aller Bauarbeiter keinen Schweizer Pass, wie Filipa Fazendeiro-Chinarro, Gewerkschaftssekretärin der Unia Genf, sagte.

Über 40 Prozent des Pflegepersonals in der Schweiz seien ebenfalls Ausländerinnen und Ausländer. Auch die grossen Schweizer Pharmaunternehmen oder die Schweizer Fussballnationalmannschaft wären ohne Menschen mit ausländischen Wurzeln nicht so erfolgreich, wie die Gewerkschaftssekretärin ausführte.

Ausländerfeindliche Kampagnen sind nach Ansicht der Unia auch schlecht für die Wirtschaft: «Fremdenfeindlichkeit ist ein negativer Standortfaktor für die Schweiz», sagte Guglielmo Bozzolini vom Unia-Zentralvorstand. Die Unia erwarte daher, dass sich auch die Arbeitgeber entschieden gegen fremdenfeindliche Tendenzen wehrten.

SDA/pbe

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