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Ueli Maurer

«Er hat fast hellseherische Fähigkeiten.» Der VBS-Vorsteher gibt viele Rätsel auf. Die etwas andere Bilanz.

Erik Ebneter, Martin Furrer

Politische InhalteNote: 5 Er bleibt das grosse Rätsel im Bundesrat: Was will Ueli Maurer? Vor zwei Jahren beantragte er seinen Kollegen, auf den geplanten Kampfjetkauf zu verzichten, es fehle das Geld dafür. Ausgerechnet er, der aus der Schweizer Armee die beste Armee der Welt machen will, versuchte das wichtigste Rüstungsprojekt zu stoppen. Das Parlament reagierte und erhöhte das Budget des Militärs. War es Kalkül? Ist Maurer ein gewiefter Taktiker, der Alarmstimmung verbreitet, um mehr Geld für sein Departement zu bekommen? Vor einigen Tagen verkündete er, der Bundesrat wolle den schwedischen Kampfjet Gripen kaufen, obschon die Konkurrenzmodelle in der Evaluation besser abgeschnitten haben. Maurer verteidigte den Entscheid durch alle Böden, denn die Schweiz könne sich ein teureres Flugzeug nicht leisten. Ist es Kalkül? Verbreitet Maurer Alarmstimmung, um am Ende das Geld zu bekommen für den besseren Rafale? In seiner SVP rumort es jedenfalls. Verschiedene Exponenten haben erklärt, den Gripen-Entscheid nicht mitzutragen. Und Maurer? Er schweigt. Der Wechsel vom polternden Parteipräsidenten zum kollegialen Bundesrat ist ihm bestens gelungen. Der Mann gibt Rätsel auf.

RhetorikNote: 5 Als er noch SVP-Präsident war, hat er rhetorisch oft übertrieben, zum Beispiel indem er das Rütli als «Wiese mit Kuhfladen» bezeichnete. Und als er Bundesrat wurde, hat er gesagt, er wolle die «beste Armee der Welt». Das war natürlich ironisch gemeint, nur haben das nicht alle so empfunden. Der Einsatz von Ironie als Stilmittel ist riskant, weil man falsch verstanden werden kann. Mittlerweile ist Maurer mit seinen Aussagen diplomatischer geworden, auch staatsmännischer. Er redet einfach, strassengängig, nie abgehoben, er ist sehr gewandt im Umgang mit den Medien. Maurer beherrscht die Technik, ein Gespräch zu lenken, indem er auf Fragen zunächst eingeht, dann aber seine Botschaft platziert – unabhängig von der Frage, die gestellt wurde.

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