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Trotz Folterbericht schaffte die Schweiz weiter nach Sri Lanka aus

Die Behörden wussten schon im Juli vom Folterbericht eines ausgeschafften Tamilen. Trotzdem setzten sie Ausschaffungen erst letzte Woche aus.

Hoffen auf die Schweiz: Eine Tamilin mit ihrem Kind in ihrer Wohnung in Genf.
Hoffen auf die Schweiz: Eine Tamilin mit ihrem Kind in ihrer Wohnung in Genf.
Keystone

Nach Sri Lanka ausgeschaffte Asylsuchende berichten von massiver Folter. Gestern machte der TA mehrere Fälle aus den Jahren 2011 und 2012 publik. Nun wird bekannt, dass zumindest ein in diesem Sommer ausgeschaffter Mann nach seiner Verhaftung ebenfalls mutmasslich Folter erleiden musste.

Dabei handelt es sich um einen 34-jährigen Tamilen, den die Schweiz am 12. Juli nach Colombo ausgeflogen hat. Hier wurde er sofort von der Anti-Terror-Polizei verhaftet. Wahrscheinlich befindet er sich noch immer in Gefangenschaft. Ein Zeitungsbericht belegt, dass er kurz nach seiner Ankunft wegen schwerer Verletzungen an Stirn und Hinterkopf in Spitalpflege war. Die Behörden sagen, die Blessuren habe er sich bei einem Suizidversuch zugezogen, einem Sprung aus einem Fenster im zweiten Stock. Angehörige und sein Anwalt in der Schweiz halten dies für unmöglich. Die Art der Verletzung schliesse einen Sturz aus und deute vielmehr auf Schläge hin, sagt Anwalt Gabriel Püntener. Zudem sei das Fenster, aus dem der Mann gesprungen sein soll, vergittert.

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