Trotz Bauboom reicht es nicht

Weil die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern das Angebot übersteigt, ziehen die Miet- respektive Kaufpreise immer mehr an. Interessant: Die Zuwanderung wirkt sich vor allem auf die Mietpreise aus.

Es wird gebaut, aber nicht genug, um die Nachfrage zu stillen: Neue Einfamilienhäuser in Münchenstein BL. (25. März 2011)

Es wird gebaut, aber nicht genug, um die Nachfrage zu stillen: Neue Einfamilienhäuser in Münchenstein BL. (25. März 2011)

(Bild: Keystone Nicola Pitaro)

Die Suche nach einer Mietwohnung ist gemäss einer Studie des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) letztes Jahr noch schwieriger geworden. Trotz des anhaltenden Baubooms wurden nicht genügend neue Wohnungen geschaffen, um die steigende Nachfrage zu befriedigen.

Folge der Verknappung waren steigende Preise der auf dem Markt verfügbaren Mietwohnungen. Die Angebotsmieten sind 2011 schweizweit um durchschnittlich drei Prozent nach oben geklettert. Der Anstieg der Mieten fiel mit einer durchschnittlichen Preissteigerung von 6,8 Prozent in der Westschweiz am höchsten aus.

Zuwanderung ist verantwortlich

In der Innerschweiz stiegen die Angebotsmieten durchschnittlich um 2,8 Prozent, in der Region Zürich um 2,5 Prozent. Seit 2005 betrug die Preissteigerung damit schweizweit 12,3 Prozent, wobei auch in der längerfristigen Betrachtung die Westschweiz mit 20,2 Prozent höheren Mieten und die Region Zürich mit einem Plus von 13,4 Prozent obenaus schwingen.

Im Grossraum Zürich war gemäss BWO zudem die Entwicklung zu beobachten, dass die Wohnungsknappheit auf Regionen übergriff, die in den Jahren davor einen ausgeglichenen Markt kannten.

Signifikant beeinflusst wurde die Entwicklung auf dem Mietwohnungsmarkt durch die Personenfreizügigkeit und die damit ermöglichte Zuwanderung. Von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) und dem Beratungsunternehmen Meta-Sys ausgewertete Daten zeigen, dass insbesondere in der West- und in der Zentralschweiz ausländische Haushalte zur Verknappung des Mietwohnungsangebots beigetragen haben.

4,5 Prozent teurer

Auf dem Markt für Wohneigentum dagegen spielen Ausländer keine bedeutende Rolle. Da sind es fast ausschliesslich Schweizer Haushalte, welche die Nachfrage anheizen, heisst es im Bericht des BWO. Durch die tiefen Zinsen auf den Hypothekarkrediten verknappt sich der Markt für Eigentumswohnungen sogar sehr stark.

2011 sind Eigentumswohnungen im schweizweiten Durchschnitt 4,5 Prozent teurer geworden. In der Region Zürich betrug der Preisanstieg 2011 7,3 Prozent, in der Innerschweiz 6,6 Prozent und in der Westschweiz 5,8 Prozent.

Auch die längerfristige Betrachtung zeigt, dass die Preise für Wohneigentum sich noch extremer entwickelt haben als jene für Mietobjekte. Gesamtschweizerisch wurden Eigentumswohnungen von 2005 bis 2011 24,5 Prozent teurer, in der Westschweiz sogar um 43,5 und in der Region Zürich um 32,6 Prozent.

ses/sda

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