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Tötung von Hunden in Tierheim war zulässig

Ein Tierheim im Kanton Luzern, das mehr als 20 überzählige und problematische Hunde tötete, hat sich nicht strafbar gemacht.

Das Amtstatthalteramt Sursee stellte ein Strafverfahren gegen die Betreiber ein. Die Organisation «Vier Pfoten», die die Tiere übernehmen wollte, kritisierte den Entscheid als «skandalös».

«Eine Tötung von Problemtieren und die Tötung von Hunden zwecks Reduktion ist nicht unter Strafe gestellt, auch dann nicht, wenn ein Dritter bereit ist, die Hunde zu übernehmen», begründete der Amtsstatthalter heute von den Heimbetreibern veröffentlichte Urteil. Ein strafrechtlich relevantes Verschulden könne den beiden Besitzern des Tierheims nicht angelastet werden. Auch seien die Hunde von einem Tierarzt fachgerecht eingeschläfert worden. Sie hätten nicht unnötig gelitten.

Eingereicht hatte die Anzeige im vergangenen Juni die Tierschutzorganisation «Vier Pfoten». Laut Bernhard Bader von «Vier Pfoten» hatten die Heimbesitzer mutwillig gehandelt, als sie 24 gesunde und muntere Hunde euthanasieren liessen, weil die Kapazität des Tierheims um 30 Hunde überschritten worden war. Auch habe das Tierheim ein Hilfsangebot der Tierschutzorganisation ignoriert. Dieses habe vorgesehen, einen Teil der Tiere anderswo zu platzieren, sagte Bader.

Tötung darf nicht mutwillig sein

Wie der Amtsstatthalter in seinem Urteil festhält, ist nach geltendem Recht auch eine Tötung eines Tiers ohne vernünftigen Grund straflos, solange diese Tötung nicht aus Mutwillen geschieht. Unter Mutwillen sei eine bewusste Boshaftigkeit oder Leichtfertigkeit zu verstehen. Eine mutwillige Tötung wäre demnach zum Beispiel das Schiessen auf zahme oder gefangene Tiere aus purer Belustigung. Nicht mutwillig handle hingegen, wer Jungtiere wegen unkorrekter Fellzeichnung, wegen Nichtentsprechens des Rassenstandards, zu hohen Wurfzahlen oder wer Tiere wegen Überzähligkeit töte.

AP/vin

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