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Tödliche Lungenkrankheit ist in der Schweiz auf dem Vormarsch

Die Zahl der Fälle von Legionärskrankheit hat im vergangenen Jahr um über 30 Prozent zugenommen. Der Bund setzt eine Taskforce ein.

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Die Legionärskrankheit kann gravierende Folgen haben: Im US-Bundesstaat Michigan starben nach einem Ausbruch im Jahr 2014 zehn Menschen. Video: Tamedia/AFP

Rund 500 Menschen haben sich 2017 mit der tödlichen Legionärskrankheit angesteckt. Das zeigen neue Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), wie der «SonntagsBlick» schreibt. Damit hat die Zahl der Fälle von Legionärskrankheit im Vergleich zu 2016 um 35 Prozent zugenommen.

Die für die Lungenkrankheit verantwortlichen Legionellen-Bakterien werden über zerstäubtes Wasser von Duschen, Wellnessanlagen oder Luftbefeuchtern eingeatmet und verursachen schwere Lungen- und Rippenfellentzündungen. In bis zu zehn Prozent der Fälle endet die Infektion tödlich.

Rund 500 Menschen haben sich 2017 in der Schweiz mit der Legionärskrankheit angesteckt. Die Krankheit verursacht schwere Lungen- und Rippenentzündungen. (Symbolbild)
Rund 500 Menschen haben sich 2017 in der Schweiz mit der Legionärskrankheit angesteckt. Die Krankheit verursacht schwere Lungen- und Rippenentzündungen. (Symbolbild)
Gaetan Bally, Keystone
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Taskforce im Einsatz

Der Bund ist «beunruhigt» wegen des landesweiten Anstiegs von Fällen und warnt vor der gefährlichen Krankheit. Die 500 Betroffenen aus dem Jahr 2017 seien nur die Spitze des Eisberges. «Uns werden nur Fälle mit schwerem Verlauf gemeldet. Dann, wenn die Leute im Spital landen», sagt Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten beim BAG, gegenüber dem «SonntagsBlick». Er geht von einer hohen Dunkelziffer aus.

Der Bund hat nun eine Taskforce gebildet. «Wir arbeiten ämterübergreifend daran, die Ausbreitung zu stoppen», sagt Daniel Koch. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erarbeitet gesetzliche Grenzwerte für die Legionellenkonzentration im Wasser. So sollen Kantonschemiker in Zukunft in Hotels und öffentlichen Bädern Sanierungen oder Duschverbote durchsetzen können.

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