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Wyss und von Graffenried machen Stapi unter sich aus

Nach dem Rückzug von Franziska Teuscher aus dem Rennen ums Berner Stadtpräsidium rüsten sich Ursula Wyss und Alec von Graffenried für die Stichwahl vom 15. Januar.

Ein Plakat von Gemeinderätin Franziska Teuscher in Bern. (3. November 2016)
Ein Plakat von Gemeinderätin Franziska Teuscher in Bern. (3. November 2016)
Anthony Anex, Keystone

Ursula Wyss (SP) und Alec von Graffenried (Grüne Freie Liste) bestreiten am 15. Januar die Stichwahl ums Berner Stadtpräsidium. Das steht seit Mittwoch fest. Die beiden lagen im ersten Wahlgang nahe beieinander und schielen nun auf die Stimmen von Franziska Teuscher.

Die Schuldirektorin nahm sich am Mittwochmorgen aus dem Rennen. Sie hatte im ersten Wahlgang den dritten Platz belegt. Jetzt wolle sie «eine klare Ausgangslage für die Stimmbevölkerung schaffen», begründete sie ihren Verzicht auf die Stichwahl.

48 Stunden Bedenkzeit

Kurz darauf gab Wyss bekannt, sie trete nochmals an. Für den Entscheid habe sie sich 48 Stunden Zeit gelassen, um sich mit Partei und Familie abzusprechen. Ausserdem habe sie sich selber fragen müssen, ob sie bereit sei für die Verlängerung des Wahlkampfs.

Denn manche «Zuschreibungen» in den Medien hätten sie getroffen, sagte Wyss. Sie machte deutlich, dass sie nicht einverstanden ist mit dem «Zerrbild einer rücksichtslosen Karrieristin», das zum Teil gezeichnet worden sei.

Wyss schaltete an den Medienkonferenz aber schnell wieder auf Wahlkampf-Modus. Sie warb für sich als erfahrene Exekutivpolitikerin, die kompromissbereit sei und alle Beteiligten einbinden könne. Das sei angesichts der vier Sitze von Rotgrün im fünfköpfigen Gemeinderat eine besonders wichtige Eigenschaft.

Kleine Sticheleien

Auf angriffige Statements verzichtete Wyss. Dafür scheint eher ihre Partei zuständig. Äusserungen der SP-Spitze vom Mittwoch lassen den Schluss nahe, dass die Partei die Stichwahl als Duell verkaufen will zwischen einer erfahrenen Politikerin mit klaren Positionen und einem Neuling, der es allen recht machen will und nicht wirklich zu fassen ist.

Von Graffenried lässt das unbeeindruckt. «Inhaltlich liegen wir gar nicht so weit auseinander», sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Die Gemeinderatswahlen hätten ja gezeigt, dass auch er vom Rot-Grün-Mitte-Lager «voll getragen» werde.

Mit dem Ruf des Panaschierkönigs kann er wenig anfangen, aber tatsächlich haben ihm auch viele Mitte-Wähler und Bürgerliche die Stimme gegeben. Ob diese im Januar erneut an die Urne gehen, wenn eine Ausmarchung innerhalb von Rot-Grün ansteht, ist eine andere Frage.

«Frau» oder «grün»

Offen ist auch, welche Rolle die Wähler des Grünen Bündnisses spielen werden. Die Mitglieder der Partei werden am 14. Dezember entscheiden, wen sie unterstützen.

Ihre Gemeinderätin Franziska Teuscher betonte am Mittwoch, sie halte sowohl Wyss als auch von Graffenried befähigt, das Stadtpräsidium zu übernehmen. Die Frage sei, welches Kriterium bei diesem Amt mit seinen primär repräsentativen Aufgaben stärker gewichtet werde – das Argument «Frau» oder das Argument «grün».

Teuscher selber begrüsste Wyss' Ankündigung, erneut anzutreten. «Damit hat die Berner Stimmbevölkerung weiterhin die Möglichkeit, die erste Stadtpräsidentin zu wählen.»

(SDA)

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