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SVP-Magistrat Perrin wieder in Klinik

Der Neuenburger Yvan Perrin tritt per sofort als SVP-Staatsrat zurück: Er könne sein Amt nicht mehr «mit der geforderten Kraft ausfüllen». Perrin musste sich schon mehrmals wegen Erschöpfung behandeln lassen.

Gesundheitlich angeschlagen: Yvan Perrin, SVP-Staatsrat im Kanton Neuenburg.
Gesundheitlich angeschlagen: Yvan Perrin, SVP-Staatsrat im Kanton Neuenburg.
Keystone

Nach nur einem Jahr in der Neuenburger Regierung und zwei Auszeiten wegen Erschöpfung hat Yvan Perrin das Handtuch geworfen. Er tritt per sofort zurück. Die Regierung und die Parteien begrüssen den Entscheid. Zur Ersatzwahl kommt es voraussichtlich am 28. September.

Er kündige «mit Bedauern» seinen Rücktritt an, las Alain Ribaux (FDP), Präsident der Neuenburger Regierung, vor den Medien aus einem Brief von Yvan Perrin vor. Der 47-jährige SVP-Politiker war weder bei der Medienkonferenz der Regierung noch bei derjenigen seiner Partei am Morgen anwesend.

Erstes Burn-out vor vier Jahren

Er befindet sich seit Freitagabend wieder in einer Klinik im Kanton Waadt, in der er sich bereits Anfang März bis nach Ostern wegen Erschöpfung behandeln liess. Yvan Perrin hatte bereits 2010 – damals noch als Nationalrat – ein Burn-out erlitten.

Schon im Wahlkampf für die Regierung im Frühling 2013 war die Gesundheit von Perrin das grosse Thema. Er setzte stets auf Transparenz und machte nie ein Geheimnis aus seiner zerbrechlichen Gesundheit.

Am 19. Mai 2013 schaffte Perrin für die SVP erstmals den Einzug in die Neuenburger Regierung. Am 16. Juni 2014 tritt er nun zurück. Er könne seine Aufgabe nicht mehr mit der geforderten Kraft erfüllen. Er sei verpflichtet zu gehen, hiess es in seinem Brief.

Perrin sei stets ein loyales und kollegiales Mitglied der Regierung gewesen, sagte Alain Ribaux. Der Staatsrat habe den Rücktritt zur Kenntnis genommen und begrüsse den «mutigen und verantwortungsvollen Entscheid». Damit ende eine Zeit der Ungewissheit, fügte Ribaux an.

SVP gibt sich bedeckt

Die Aufgaben des Departements für Raumplanung und Umwelt werden vorübergehend auf die vier anderen Mitglieder der Neuenburger Exekutive verteilt. Die SVP hat für die Nachfolge von Perrin noch keine Namen genannt.

Der Name eines Nachfolgers werde bei der Generalversammlung Ende Juli bekannt gegeben, sagte Hughes Chantraine, Präsident der Neuenburger SVP, am Montag vor den Medien in Peseux NE. Er gab lediglich an, selber nicht anzutreten.

Der vakante Sitz gehöre klar der SVP, unterstrich die Führung der Kantonalpartei. Perrin habe sich seit der Rückkehr aus der Pflege um Ostern gegenüber Kontaktversuchen der Partei «wie eine Auster verschlossen», hielt Walter Willener, Fraktionschef der SVP im Grossen Rat, fest. Er habe den Entscheid am Donnerstagabend getroffen und am Freitag sein Rücktrittsschreiben verfasst.

FDP entscheidet Anfang Juli

Die Parteien begrüssen den Rücktritt des SVP-Magistraten. Das werde dem Kanton ermöglichen, vorwärtszugehen, sagte SP-Präsidentin Silvia Locatelli. Die Grünen zeigen sich nicht überrascht. Für den FDP-Präsidenten Damien Humbert-Droz war es ein logischer Schritt.

Noch nicht geklärt ist, ob die SVP bei der Ersatzwahl herausgefordert wird. Die Grünen und die SP gaben der Nachrichtenagentur SDA an, den Sitz nicht angreifen zu wollen.

Anders könnte es bei der FDP aussehen, die bei den Wahlen 2013 ein Debakel erlitt und zwei ihrer drei Sitze in der Regierung verlor. Die Freisinnigen entscheiden an einer Versammlung am 2. Juli, ob sie einen Kandidaten aufstellen werden.

SDA/fko

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