SVP steigt in den Haustür-Wahlkampf ein

Mehr als 1000 «Wahlbotschafter» sollen Bekannte und Freunde zum Wählen motivieren.

Die Partei will ihre 65 Sitze im Nationalrat verteidigen: SVP-Chef Albert Rösti posiert mit dem SVP-Sünneli auf einem Parkplatz in Aarwangen BE. (1. März 2019)

Die Partei will ihre 65 Sitze im Nationalrat verteidigen: SVP-Chef Albert Rösti posiert mit dem SVP-Sünneli auf einem Parkplatz in Aarwangen BE. (1. März 2019)

Auf dem Parkplatz einer Dorfbäckerei hat die SVP Schweiz am Freitag in Aarwangen BE ihren Auftakt für die nationalen Wahlen im Herbst lanciert. Die Partei will gemäss Präsident Albert Rösti ihre 65 Sitze im Nationalrat halten. Im Ständerat möchte die SVP die Zahl ihrer Sitze um mindestens einen auf sechs erhöhen, wie der Berner Nationalrat Rösti sagte. Man wolle mit einem Wähleranteil von mindestens 29,4 Prozent mit Abstand stärkste Kraft bleiben.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die SVP - wie andere Bundesratsparteien - auf einen persönlichen Kontakt zur Wählerschaft. Das Ziel sei, die 740'000 SVP-Wählenden von 2015 zu mobilisieren, sagte die Baselbieter Nationalrätin Sandra Sollberger vom Wahlkampfteam.

Mit mehr als 1000 «Wahlbotschaftern» wolle man vor allem in den Agglomerationen einen Haustür-Wahlkampf machen. Die Botschafter sollten Bekannte und Freunde zum Wählen motivieren. Viele hätten wegen der Nichtumsetzung der vom Volk angenommenen Masseneinwanderungsintiative resigniert, hielt Sollberger fest.

Zuwanderung, Freiheit und Entlastung

Der SVP-Slogan für die nationalen Wahlen vom 20. Oktober lautet: «Frei und sicher - ich will's, ich wähl's.» Inhaltlich setzt die Partei auf ihre bisherigen politischen Themen: auf die Steuerung und Kontrolle der Zuwanderung, auf die Entlastung des arbeitenden Mittelstandes und gegen eine institutionelle Anbindung an die EU.

«Wir wollen die Wahl für die Schweiz im Herbst gewinnen», sagte Wahlkampfleiter Adrian Amstutz, der selbst nicht mehr zur Wahl antritt. Die Partei sei seit Anfang 2018 daran, auf der Tour durch die Kantone die Sorgen und Nöte der Leute aufzunehmen.

Der Wahlkampfleiter der Westschweiz, Oskar Freysinger, sieht nach eigenen Angaben in seinem Landesteil ein Potenzial von EU-kritischen Wählern. Das Ideal der Selbstverantwortung sei in der Deutschschweiz stärker verbreitet als in der Westschweiz, führte der alt Nationalrat und abgewählte Walliser Regierungsrat aus.

Gemäss des Schwyzer Nationalrats Marcel Dettling kämpft die SVP weiterhin für die Unabhängig und gegen den Bürokratie-Moloch EU. Dettling, der ebenfalls zum Wahlkampfteam gehört, versprach tiefe Steuern und Abgaben für alle. Schulden machen komme nicht in Frage, daher müssten die Staatsaufgaben eingedämmt werden.

red/sda

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