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Südamerikaner werden Spanier, um in der Schweiz zu arbeiten

Die Einwanderung von Spaniern in die Schweiz nimmt jedes Jahr zu. Darunter sind immer mehr Menschen aus lateinamerikanischen Ländern, die eigentlich kaum eine Chance hätten, in die Schweiz einzuwandern.

Der Königsweg in die Schweiz führt für eine zunehmende Zahl von Südamerikanern über Spanien. Dies belegen Statistiken, die die «Tribune de Genéve» heute veröffentlicht hat (Artikel online nicht verfügbar). Im Jahr 2005 kamen 829 Personen spanischer Nationalität in die Schweiz, um hier zu arbeiten. Davon waren 6,8 Prozent südamerikanischer Herkunft. Bis 2010 stieg der Anteil von Menschen aus Ländern wie Argentinien, Bolivien oder Ecuador, die in der Schweiz die Arbeitsbewilligung erhielten, auf 17,7 Prozent. Vor zwei Jahren wanderten insgesamt 2604 Menschen mit spanischem Pass in die Schweiz ein. Tendenz steigend.

Indem sie den spanischen Pass erwerben, können Menschen aus Südamerika und anderen lateinamerikanischen Ländern von der Personenfreizügikeit profitieren. Der spanische respektive EU-Pass öffnet ihnen die Tore zur Schweiz.

Über Spanien in die Schweiz zurück

Diese Chance ergreifen immer mehr in Spanien lebende Menschen, da sich dort infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise die Situation auf dem Arbeitsmarkt dramatisch verschlechtert hat. Die meisten dieser Einwanderer lassen sich – nicht zuletzt aus sprachlichen Gründen – in der Romandie nieder, insbesondere in der Region am Genfersee.

Wie die «Tribune de Genève» berichtet, befinden sich unter diesen Immigranten nicht wenige Personen, die einst als Sans-Papiers ihr Glück in der Schweiz versucht hatten, aber dann einsehen mussten, dass keine Legalisierung ihres Aufenthalts möglich war. Darum zogen sie zunächst nach Spanien, wo der spanische Pass relativ leicht erhältlich ist.

Nach zwei Jahren gibt es den spanischen EU-Pass

Für Menschen lateinamerikanischer Herkunft genügen in Spanien zwei Jahre legalen Aufenthalts, um sich einbürgern zu lassen. Dazu kommt, dass in Spanien Sans-Papiers dieser Einwandergruppe ohne grosse Hindernisse eine Aufenthaltsbewilligung bekommen. Nach einer solchen Regularisierung ist der Weg zum begehrten EU-Pass nicht mehr weit.

Diese liberale Einwanderungspolitik, die in der EU auf heftige Kritik stösst, hatte vor zehn Jahren die damalige sozialistische Regierung eingeführt. Dies könnte sich in nächster Zeit ändern. Denn in Spanien ist inzwischen eine konservative Regierung an der Macht.

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