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Strengere Banken-Regeln als Kundenmagnet

Die Schweizerische Nationalbank sieht in den geplanten strengeren Regeln für die Grossbanken keinen Wettbewerbsnachteil – im Gegenteil. Dies habe schon die Vergangenheit gezeigt.

«Ein Fall UBS darf sich nicht mehr wiederholen»: SNB-Vizepräsident Thomas Jordan
«Ein Fall UBS darf sich nicht mehr wiederholen»: SNB-Vizepräsident Thomas Jordan

«Bereits vor dem Ausbruch der Finanzkrise von 2007 waren die beiden Schweizer Grossbanken in Bezug auf Eigenkapital strengeren Regulierungen unterworfen als ihre Konkurrenten in vielen anderen Ländern», sagte der Vizepräsident des SNB-Direktoriums, Thomas Jordan.

Zudem habe die Finanzmarktaufsicht Finma im Herbst 2008 verfügt, dass die beiden Grossbanken per 2013 doppelt so hohe Eigenmittel halten müssten, wie es der geltende internationale Mindeststandard vorschreibe. «Diese regulatorischen Unterschiede scheinen in der Vergangenheit dem Schweizer Finanzplatz nicht geschadet zu haben», sagte Jordan. Im Gegenteil: Stabilität als klarer Standortvorteil habe massgeblich dazu beigetragen, dass Kundenvermögen und Firmen in die Schweiz gekommen seien.

Keine negativen Folgen für Arbeitsplätze

Die Verschärfung der Eigenmittelvorschriften habe keinen negativen Effekt auf die Kreditvergabe gehabt. Auch die Zinsen für die Kredite dürften deswegen nicht steigen. Zudem hätten striktere Vorschriften nicht zwingend negative Folgen für die Arbeitsplätze bei den Grossbanken im Inland. Letztlich sei die Stossrichtung der internationalen Eigenmittelregulierung überall gleich: Mehr Kapital, striktere Risikogewichtung und Beachtung der Systemrelevanz bei der Schärfe der Regulierung.

Im Gegensatz zur risikogewichteten Eigenkapitalregulierung nehme die Schweiz beim absoluten Verschuldungsgrad einer Bank (Leverage Ratio) keine Vorreiterrolle ein. Die USA und Kanada seien hier strenger, sagte Jordan. Zudem beschränke sich die Bankenregulierung nicht nur auf Eigenkapitalvorschriften. So hätten etwa die USA den Eigenhandel jener Banken stark beschränkt, die Einlagen entgegennehmen würden. Und in Schweden sei eine Besteuerung für systemrelevante Banken eingeführt worden. Auch die EU plane eine Reihe von Massnahmen.

Gesamtpakete anschauen

Die regulatorischen Gesamtpakete für systemrelevante Finanzinstitute würden zwar unterschiedlich ausgestaltet sein. «Doch in ihrer Schärfe werden sie letztlich nur so weit voneinander abweichen, wie es die länderspezifischen Risiken aus Sicht der jeweiligen Regulatoren als notwendig erscheinen lassen.»

Das Massnahmenpaket, das der Bundesrat dem Parlament vorlege, erhöhe die Stabilität, womit letztlich nicht nur die Schweiz als solche, sondern auch ihr Finanzplatz gestärkt werde, betonte Jordan: «Ein Fall UBS darf sich nicht mehr wiederholen.» Die Grossbank musste im Herbst 2008 durch den Staat und die SNB gerettet werden.

SDA/ami

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