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Steuern zahlen auch am Existenzminimum

Ein Papier vom Bund schlägt vor, dass Sozialhilfeleistungen besteuert werden, damit es sich auch für Tieflohnbezüger lohnt zu arbeiten. Bedürftige hätten dann nicht mehr genug Geld für den täglichen Bedarf, warnen Sozialhelfer.

Auch wer beim Einkaufen jeden Rappen umdrehen muss, soll gemäss einem Vorschlag der Bundesverwaltung einen Steuerbeitrag leisten: Kiwis in einem Caritas-Laden.
Auch wer beim Einkaufen jeden Rappen umdrehen muss, soll gemäss einem Vorschlag der Bundesverwaltung einen Steuerbeitrag leisten: Kiwis in einem Caritas-Laden.
Reuters

Mehr Arbeiten lohnt sich nicht immer –vor allem nicht für Tieflohnbezüger. Eine Familie mit zwei Kindern, die brutto 30 000 Franken verdient, hat für das ganze Jahr rund 3000 Franken mehr zur Verfügung als eine Familie, die rund 60 000 Franken verdient. Dieses Beispiel aus dem Kanton Bern zeigt ein Problem auf, das Fachleute «Schwelleneffekt» nennen. Die erste Familie ­erhält aufgrund ihres tiefen Einkommens zusätzlich staatliche Unterstützungsleistungen wie Sozialhilfe. Weil sie diese staatlichen Leistungen nicht versteuern muss, bleibt ihr am Ende mehr Geld zum Leben als der zweiten Familie, die gerade keine Sozialhilfe mehr bekommt und auf ihrem Einkommen Steuern zahlen muss.

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