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Spionagetechnik: Schweiz stoppt brisante Lieferungen an Syrien und Iran

Via Schweiz haben Syrien und Iran versucht, Mobiltelefon-Abhörtechnik zu kaufen. Laut einem Bericht hat der Schweizer Zoll in den Jahren 2010 und 2011 entsprechende Lieferungen beschlagnahmt.

Über Handys der Bevölkerungen gelangen immer öfter Bilder über die Gewalt in Diktaturen an die Öffentlichkeit: Eine Visualisierung. (Bild: «10vor10»)
Über Handys der Bevölkerungen gelangen immer öfter Bilder über die Gewalt in Diktaturen an die Öffentlichkeit: Eine Visualisierung. (Bild: «10vor10»)

Über Mobiltelefone von Bürgern aus unterdrückten Ländern gelangen immer öfter Bilder an die Öffentlichkeit. Dies wollen die Regime verhindern und versuchen ihre Geräte auszuspionieren. Gemacht wird dies mit speziellen Abhörtechniken.

Staaten wie Syrien und Iran wollten die Schweiz als Drehscheibe für Exporte von Handy-Bespitzelungstechnik missbrauchen. Doch die Schweizer Zollbeamten machten den Staaten einen Strich durch die Rechnung. Die Schweiz beschlagnahmte 2010 eine ausländische Lieferung an Syrien. 2011 gelang es, eine ähnliche Lieferung an Iran zu verhindern. Jürgen Böhler, Leiter der Exportkontrolle für Industriegüter, bestätigt die Vorfälle in «10vor10».

«»2010 und letztes Jahr gelang es uns zusammen mit anderen Bundesbehörden Lieferungen von Mobiltelefon-Überwachungstechnik an Syrien und Iran zu stoppen», sagt Jürgen Böhler gegenüber «10vor10». Laut dem Leiter der Exportkontrolle hätten europäische Lieferanten versucht, die illegalen Sendungen über die Schweiz an Syrien und Iran weiterzuleiten. Dem Schweizer Zoll gelang es, die ausländischen Lieferungen an der Grenze zu beschlagnahmen.

Schweizer Firmen im Nahen Osten präsent

Der Nahe Osten ist ein Wachstumsmarkt für Mobiltelefon-Überwachungstechnik. Auch Schweizer Firmen wollen davon profitieren. Vom 13. bis 15. Februar 2012 fand in Dubai die Branchenmesse ISS World statt. Auf dem Programm standen Workshops zur Überwachung von Diensten wie Twitter und Facebook. Die Zürcher Neosoft AG ist Sponsor der Messe und selber Aussteller. Die Firma stellt Geräte her, mit denen Mobiltelefone geortet und Telefonidentitäten gesammelt werden können.

«Wir haben Schweizer Firmen eine Bewilligung erteilt. Sie dürfen ihre Geräte an dieser Messe präsentieren», so Jürgen Böhler zur Messe in Dubai. Die Ausstellungsgeräte müssten aber in die Schweiz zurückgebracht werden und dürften nicht ohne Exportbewilligung verkauft werden. Die Neosoft AG betont, mit ihren Geräten könnten bei Naturkatastrophen Menschen geortet und so gerettet werden. Die Geräte könnten nicht zur Bespitzelung missbraucht werden.

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