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«Singapur ist kein Steuerschlupfloch»

Die UBS hat Stellung zum Vorwurf bezogen, deutsche Steuersünder zu unterstützen. Die Grossbank dementiert und erklärt, weniger als ein Prozent der UBS-Gelder in Singapur stamme aus Deutschland.

Dementiert, deutsche Bürger bei der Steuerhinterziehung zu unterstützen: Die Grossbank UBS in Zürich. (11. August 2012)
Dementiert, deutsche Bürger bei der Steuerhinterziehung zu unterstützen: Die Grossbank UBS in Zürich. (11. August 2012)
Reuters

Die Schweizer Grossbank UBS hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie helfe reichen deutschen Steuersündern dabei, Schwarzgeld am Fiskus vorbeizuschleusen.

«Die UBS leistet keine Unterstützung bei Steuerumgehung. Wir bieten Kunden ganz klar keine Hand zur Umgehung von bilateralen Steuerabkommen einschliesslich dem mit Deutschland», sagte der Chef des UBS-Vermögensverwaltungsgeschäfts, Jürg Zeltner, der Nachrichtenagentur Reuters. Das gelte auch für das fernöstliche Finanzzentrum Singapur. «Singapur ist kein Steuerschlupfloch», betonte Zeltner.

Papierspur nach Singapur

Die Vermögen deutscher UBS-Kunden in dem Stadtstaat nahmen nach Zeltners Worten ebenso wie die Zahl der Kunden selbst seit 2009 laufend ab. Heute mache Geld aus Deutschland deutlich weniger als ein Prozent der von UBS dort verwalteten Gelder aus, sagte der Manager, der von 2005 bis 2007 das Deutschland-Geschäft der grössten Schweizer Bank leitete.

Schweizer Banken wird vorgeworfen, sie würden deutschen Steuersündern helfen, ihr Vermögen vor dem Finanzamt in Sicherheit zu bringen, bevor das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz möglicherweise am 1. Januar in Kraft tritt. Eine Papierspur weise auch nach Singapur, hiess es in einem Bericht unter Berufung auf Insider im Umkreis des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums.

«Wir haben Hinweise, dass es möglicherweise neue Konstrukte gibt, in die das Geld fliesst und die vom Abkommen nicht erfasst sind», sagte NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans diese Woche der «Sonntagszeitung». SPD-Chef Sigmar Gabriel warf Schweizer Banken organisierte Kriminalität vor. Die von der SPD und Grünen regierten Bundesländer wollen das Steuerabkommen im Bundesrat kippen, da Steuersünder ihrer Ansicht nach dabei zu gut wegkommen.

Medienberichten zufolge kauften Behörden in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Wochen insgesamt vier CDs mit Bankdaten. In einem Fall soll es sich um Daten von UBS-Kunden handeln. «Wir wissen bis heute nicht, ob es eine CD mit UBS-Daten gibt», sagte Zeltner. Die deutschen Behörden hätten nicht gesagt, welche Daten sie angeblich haben.

Sanktionen bis hin zur Entlassung

Seit dem Steuerstreit mit den USA in den Jahren 2008 und 2009 habe die Bank in Steuerfragen strenge Regeln für ihre Mitarbeiter eingeführt, sagte Zeltner. Damals musste UBS rund 780 Millionen Dollar Strafe zahlen und mehr als 4000 Kundennamen an die amerikanischen Behörden ausliefern, um einer Klage wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu entgehen.

Seitdem werden die UBS-Anlageberater nach Zeltners Worten verstärkt geschult. Die Mitarbeiter seien verpflichtet, die Steuergesetzte des jeweiligen Landes zu beachten. Er habe seinen Mitarbeitern klar gemacht, dass sie mit Sanktionen bis hin zu Entlassung rechnen müssten, wenn sie gegen Vorschriften verstossen, sagte Zeltner. Bereits im Herbst 2010 habe UBS Massnahmen ergriffen, mit denen verhindert werde, dass Kunden bei der Umgehung der damals erwarteten Steuerabkommen geholfen werde.

Wie viel Geld deutsche Kunden bei ihr angelegt haben, teilt die Bank nicht mit. Im Wealth Management ausserhalb Amerikas verwaltet UBS für reiche Kunden 783 Milliarden Franken (650 Milliarden Euro). Davon entfällt mit 336 Milliarden Franken ein grosser Brocken auf das europäische Ausland.

Wachstum schaffte die Bank in dem Segment zuletzt nicht mehr. Reiche Kunden zogen im zweiten Quartal netto Geld ab. In der Region Asien/Pazifik stiegen die verwalteten Vermögen dagegen im gleichen Zeitraum um zwölf Prozent. Die Lokalrivalen Credit Suisse und Julius Bär kauften sich im vergangenen Jahr mit Zahlungen von 150 Millionen und 50 Millionen Euro vom Vorwurf der Beihilfe zu Steuerhinterziehung frei.

Reuters/ses

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