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Schwere Schlappe für die SVP in Graubünden

Die kantonalen Wahlen in Graubünden sind einmal mehr völlig gegen den schweizerischen Trend gelaufen. Grosse Siegerin der Regierungs- und Parlamentswahlen ist die FDP.

Wunden lecken: Aufmunternde Worte für den gescheiterten Kandidaten der SVP , Heinz Brand (l.) von Präsident Jon Peider Lemm (m.).
Wunden lecken: Aufmunternde Worte für den gescheiterten Kandidaten der SVP , Heinz Brand (l.) von Präsident Jon Peider Lemm (m.).
Keystone

Bei den Regierungsratswahlen erreichte ihr Finanzdirektor Martin Schmid das beste Resultat aller zehn Kandidatinnen und Kandidaten. Bei den Wahlen in den 120-köpfigen Grossen Rat legte die Partei vier Sitze zu und anvancierte mit total 38 zur stärksten Fraktion. Es ist das beste Ergebnis, das die FDP je erreichte.

Bei den Regierungsratswahlen belegen die drei bisherigen Regierungsmitglieder die ersten Plätze. Finanzdirektor Schmid erzielte 25'720 Stimmen, Justizdirektorin Barbara Janom Steiner (BDP) 24'623 und Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel (BDP) 20'530 Stimmen.

CVP und SP verteidigen Sitze in der Regierung

Neuer Regierungsrat wird Mario Cavigelli, CVP-Fraktionschef des Grossen Rates, der auf 19'800 Stimmen kam. Der ehemalige Churer Stadtrat Martin Jäger holte 16'034 Stimmen und sicherte für die SP den Sitz. Wegen Amtszeitbeschränkung mussten CVP und SP ihre Regierungsräte Stefan Engler und Claudio Lardi ersetzen.

Das absolute Mehr lag bei 15'682 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 36,22 Prozent, gegenüber 24,5 Prozent bei den reinen Bestätigungswahlen vor vier Jahren.

SVP-Mann schafft es nicht in die Regierung

Ihr Wahlziel deutlich verfehlt hat die neue kantonale SVP. Ihr Kandidat, Fremdenpolizeichef Heinz Brand, erreichte nach aufwendigem Wahlkampf mit 13'070 Stimmen nur Platz sieben. Die SVP ist seit dem Rauswurf der Bündner Volkspartei aus der schweizerischen Mutterpartei vor zwei Jahren nicht mehr in der Exekutive vertreten.

Vor Brand platzierte sich mit 14'276 Stimmen Barla Cahannes, die zweite Kandidatin der CVP. Erwartungsgemäss ohne Chancen blieben die zwei Grünliberalen Josias F. Gasser (8530 Stimmen) und Jürg Kappeler (4195) sowie der Parteilose Christian Brosi (7748).

BDP bestätigt

Richtiggehend durchgestartet sind die Freisinnigen bei den Parlamentswahlen. Die FDP überholte mit ihren 38 Mandaten die CVP, die 12 Jahre stärkste Fraktion war. Die CVP verlor zwei Mandate und kommt auf 33 Sitze.

Die BDP, die in Graubünden im Unterschied zu Bern oder Glarus keine Abspaltung von der SVP ist, bestätigte sich als eigenständige Kraft. Sie büsste zwar vier Mandate ein, bleibt aber mit 26 Sitzen drittstärkste Fraktion. Auch die SP rutschte etwas ab. Die Partei verlor zwei Sitze und bringt es noch auf 12.

SVP verfehlt Wahlziel

Die neue Bündner SVP, die auf der Linie der Zürcher Kantonalsektion politisiert und eine Abspaltung der BDP ist, scheiterte. Sie legte wohl zwei Mandate zu und hält neu vier. Zur anvisierten Bildung einer Fraktion mit mindestens fünf Mitgliedern reicht es jedoch nicht.

Neu im Grossen Raten vertreten sind zwei Grünliberale. Unabhängige gibt es im Parlament nach der Abwahl des amtsältesten Grossrates, Leo Koch aus Davos, noch vier. Ein Grossratssitz wurde nicht vergeben. Im Wahlkreis Calanca wird am 4. Juli ein zweiter Wahlgang durchgeführt.

Die Parlamentswahlen in Graubünden werden nach dem Majorzsystem abgehalten. Die Mitglieder des Grossen Rates werden in 39 Kreisen gewählt. Nur die beiden Halbkantone Appenzell bestellen ihre Parlamente ebenfalls im Majorzverfahren.

SDA/cpm/oku

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