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Schweizer sorgen sich massiv mehr um ihr Geld

Neuer Trend im jährlichen Sorgenbarometer der Credit Suisse: Am deutlichsten zugelegt hat die Angst vor der Inflation, und zwar um ganze zwölf Prozentpunkte.

Die grösste Sorge bleibt aber die Arbeitslosigkeit, vor der sich über die Hälfte der im September persönlich befragten 1008 Schweizerinnen und Schweizer fürchten. Damit belegt die Arbeitslosigkeit zum sechsten Mal in Folge den Spitzenplatz.

Auf den Rängen zwei und drei folgen die Entwicklung im Gesundheitswesen sowie die Sorge um die AHV und Pensionskassengelder. Diese drei Themen machen nunmehr seit acht Jahren die ersten drei Plätze des Sorgenbarometers unter sich aus und können fast schon als fixe Grösse vorweggenommen werden. Umso spannender ist jeweils die Frage, welche Sorge am vierthäufigsten genannt wird.

Inflation um 12 Prozentpunkte zugelegt

Stachen im vergangenen Jahr noch die Themen «Ausländer» mit 35 und «Persönliche Sicherheit» mit 30 Prozent Nennungen auf den Rängen vier und fünf hervor, so hat in diesem Jahr insbesondere «Inflation/Teuerung» mit einem Plus von 12 Prozentpunkten einen markanten Sprung nach vorne auf Platz vier gemacht.

Seit Jahren auf einem hohen Niveau eingependelt hat sich die «Neue Armut» mit aktuell 28 Prozent Nennungen. Sie ist damit von Platz sieben auf sechs vorgestossen. Dagegen wieder klar an Brisanz verloren hat die Ausländer-Thematik mit minus 11 Prozent auf Rang 8. Ein Blick zurück zeigt, dass die Sorge um die «Inflation/Teuerung», anders als zum Beispiel die Zickzackkurve zu «Flüchtlinge/Asyl», seit fünf Jahren praktisch kontinuierlich zugenommen hat.

Inflation als persönliche Wahrnehmung

Für Studienleiter Claude Longchamp steht in diesem Zusammenhang fest, dass es sich bei der Inflationssorge um ein sehr individuell geprägtes Gefühl handelt, sich mit dem vorhandenen Geld immer weniger leisten zu können. Dafür spricht unter andrem die überdurchschnittlich hohe Nennung dieser Sorge von Schweizerinnen und Schweizern, die ihre wirtschaftliche Lage im Vergleich zum Vorjahr als schlechter einstufen und vorausblickend eine weitere Verschlechterung erwarten.

Im Quervergleich deutlich häufiger wird die Sorge der Geldentwertung in der französischsprachigen Schweiz genannt, von politisch links Wählenden, die der Politik häufiges Versagen attestieren.

Armee geniesst wachsendes Vertrauen

Bei der Vertrauensfrage von verschiedenen Akteuren präsentiert sich die Situation im September 2008 im Vergleich zum Vorjahr recht konstant. Nach wie vor sehr grosses Vertrauen geniessen Bundesgericht (68 Prozent) und Polizei (63 Prozent). Etwas besser schneidet auch der Bundesrat (53 Prozent) ab und obwohl seit Monaten heftig kritisiert, konnte auch die Armee noch um 9 auf 50 Prozent zulegen und liegt damit vor dem Ständerat und dem Nationalrat.

Im Vergleich zum September des Vorjahres (60 Prozent) haben die Banken mit 58 Prozent nur leicht verloren. In diesem Jahr erstmals erhoben wurde eine differenzierte Einschätzung der Medien. Dort geniesst das Fernsehen mit 54 Prozent das grösste Vertrauen. Mit 36 Prozent nur knapp vor dem Internet (34 Prozent) und deutlich hinter den traditionellen, bezahlten Zeitungen (48 Prozent) liegen die ansonsten sehr erfolgreichen Gratiszeitungen.

Sorge über die Ausländer hat abgenommen

Im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat die Sorge über die Ausländer. Lag sie 2007 noch auf dem vierten Rang, war es nun der achte. Die Sorge um die Umwelt kehrte nach einem markanten Anstieg vor einem Jahr auf den Stand der 1990-er Jahre zurück und kam auf den neunten Platz zu liegen. Dafür waren die Themenbereiche «Flüchtlinge» und «persönliche Sicherheit» mit dem fünften beziehungsweise siebten Rang erneut weit oben anzutreffen.

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