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Schweizer sind schlecht informiert über Gesundheitssystem

Gemäss einer Umfrage von Santésuisse wissen über 50 Prozent der Befragten nicht, für welche Leistungen die Grundversicherung einer Krankenkasse aufkommt.

Komplex: Schweizer Gesundheitssystem.
Komplex: Schweizer Gesundheitssystem.
Keystone

Die Schweizer Bevölkerung ist schlecht informiert über das Gesundheitssystem. Gemäss einer Umfrage von santésuisse wissen über 50 Prozent nicht, für welche Leistungen die Grundversicherung einer Krankenkasse aufkommt.

So glaubt mehr als die Hälfte von rund 1200 Befragten, dass die Grundversicherung der Krankenkasse alle ärztlichen Behandlungen in der ganzen Schweiz abdeckt. Auch seien sich nur 53 Prozent bewusst, dass die Krankenkassen in der Grundversicherung keinen Gewinn machen dürfen, teilte der Krankenkassendachverband santésuisse am Montag mit.

«Das Wissen der Bevölkerung über das Gesundheitswesen ist relativ bescheiden», sagte santésuisse-Direktor Stefan Kaufmann vor den Medien in Bern. Die diesjährige Umfrage «Sondage santé» bestätige die Ergebnisse der letzten Jahre.

Das Meinungsforschungsinstitut Demoscope hatte im vergangenen Juni rund 1200 Personen zwischen 15 und 74 Jahren aus allen drei Landesteilen befragt. Die Umfrage wird seit 2003 jährlich durchgeführt.

Die Wissenslücken kommen die Versicherten unter Umständen teuer zu stehen: Fast ein Fünftel der Befragten kennt keine einzige Möglichkeit, wie im heutigen Krankenkassensystem Prämien gespart werden können. Die bekanntesten Sparmöglichkeiten sind die Erhöhung der Franchise oder das Hausarztmodell.

Eine besser informierte Bevölkerung ist auch im Interesse der Krankenversicherer: «Je besser die Leute ein System kennen, desto positiver beurteilen sie es», sagte santésuisse-Präsident und FDP- Nationalrat Claude Ruey.

Kampagne soll Lücken schliessen

Mit einer Kampagne wolle santésuisse die Wissenslücken der Bevölkerung schliessen, sagte Direktor Kaufmann. Der Verband will die Leute über das Gesundheitssystem und die Rolle der Krankenkassen informieren. Als Kampagnenstart dienen Plakate mit gängigen Vorurteilen über die Krankenkassen.

Zu den Gesamtkosten der Werbe- und Informationsaktion wollte sich Claude Ruey nicht äussern. Pro Prämie gingen 1,2 Rappen an die Kampagne, hiess es dazu. Politische Ziele verfolge santésuisse nicht, betonte der Präsident. Mit der angekündigten Initiative für eine Einheitskrankenkasse habe die Informationskampagne nichts zu tun.

SP fordert erneut Einheitskrankenkasse

Die SP hatte Anfang Jahr angekündigt, erneut eine Initiative für eine Einheitskrankenkasse zu lancieren. Die Partei will eine öffentliche Krankenkasse im Stil der Suva einführen. Wann das Begehren gestartet wird, ist noch nicht klar.

«Die Gespräche mit allfälligen Partnern laufen», sagte SP- Sprecher Jean-Yves Gentil am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Es gehe darum, sich auf einen Initiativtext zu einigen. Die Initiative komme sicher. Vor rund drei Jahren war die SP mit der Initiative «für eine soziale Einheitskasse» in der Volksabstimmung gescheitert.

SDA/sam

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