Schweizer Muslime planen Jihad-Taskforce

Die muslimische Gemeinschaft steht nach den Terrorangriffen in Paris unter Zugzwang. Nun nehmen sie eine Anlaufstelle für Angehörige von sich radikalisierenden Jugendlichen in Angriff.

Die Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz plant Anlaufstelle für Angehörige von sich radikalisierenden Jugendlichen: Muslime beten im Haus der Religionen in Bern. (14. Dezember 2014)

Die Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz plant Anlaufstelle für Angehörige von sich radikalisierenden Jugendlichen: Muslime beten im Haus der Religionen in Bern. (14. Dezember 2014)

(Bild: Keystone Peter Klaunzer)

Die muslimischen Verbände reagieren, nachdem Islamkritiker eine klarere Distanzierung von radikalen Tendenzen und mehr Engagement im Kampf gegen Jihadisten gefordert hatten. Laut der «SonntagsZeitung» wollen sie die Präventionsarbeit verstärken und schweizweit bündeln. Die Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz (Fids) plant eine Taskforce gegen Jihadismus. Ziel: Eine nationale Anlaufstelle für Angehörige von sich radikalisierenden Jugendlichen.

Hoffnung auf nationale Institution

«Wir müssen Gegensteuer zum Jihad-Trend geben», sagt Fids-Sprecher Önder Günes zur «SonntagsZeitung». Noch befindet sich das Projekt in der Evaluationsphase. «Zurzeit ist der Vorstand zusammen mit den lokalen Verbänden daran, ein Konzept auszuarbeiten.» Günes hofft, dass die Fids schon bald einen institutionalisierten Ablauf präsentieren kann. So soll genau definiert werden, wie bei Verdachtsfällen vorgegangen wird und welche Stellen wann miteinbezogen werden.

Als grösster islamischer Verband der Schweiz kommt der Fids bei der Früherkennung von jungen Gotteskriegern eine tragende Rolle zu. Die Anlaufstelle wäre die erste derartige Einrichtung auf nationaler Ebene. Andere europäische Länder, etwa Frankreich oder Belgien, haben bereits entsprechende Angebote. Anfang Juni forderte die Sicherheitspolitische Kommission den Bundesrat auf, eine Jihad-Hotline einzurichten. Doch der Nationalrat sprach sich aus Kostengründen dagegen aus.

afo

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