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Schweiz verbietet Bump Stocks wegen Massaker in Las Vegas

Mit einem mechanischen Aufsatz hat der Amokläufer von Las Vegas die Feuerkraft seiner Waffen massiv erhöht. Jetzt handeln die Schweizer Behörden.

Sie sieht der Bump-Stock-Aufsatz aus: Waffenladen in Orem, Utah. Foto: George Frey (Reuters)
Sie sieht der Bump-Stock-Aufsatz aus: Waffenladen in Orem, Utah. Foto: George Frey (Reuters)

Ra-Ta-Ta-Ta. So tönt es auf zahlreichen Videoaufnahmen des Massakers von Las Vegas, bei dem am 1. Oktober 59 Menschen getötet wurden. Ein schier endloses Dauerfeuer, wie man es aus Kriegsfilmen kennt und wie es nur mit vollautomatischen Schusswaffen möglich ist.

In den USA ist der Besitz von Serienfeuerwaffen für Privatpersonen verboten. Der Amokläufer Stephen Paddock hat dieses Verbot umgangen, indem er seine legal erworbenen halbautomatischen Schusswaffen mit sogenannten Bump Stocks versah. Diese mechanischen Aufsätze machen es unnötig, wiederholt den Abzug zu betätigen. Gemäss Berechnungen eines US-Journalisten war es Paddock dadurch möglich, 280 Kugeln in 31 Sekunden abzufeuern. Mit einer ordentlichen halbautomatischen Schusswaffe hätte nur ein Bruchteil dieser Schüsse abgegeben werden können.

Klicken Sie hierfür eine grössere Ansicht. Quelle: Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement
Klicken Sie hierfür eine grössere Ansicht. Quelle: Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement

Auch in der Schweiz ist der Besitz vollautomatischer Waffen für Privatpersonen prinzipiell verboten. Bump Stocks konnten aber bisher ohne besondere Voraussetzungen gehandelt werden. Man benötigte dazu noch nicht mal einen Waffenschein. Nun aber ziehen die Behörden die Schrauben an. Wie das Bundesamt für Polizei Fedpol heute mitteilte, sollen Bump Stocks ab sofort als verbotene Waffenbestandteile behandelt werden. Wer eine solche Vorrichtung erwerben oder einführen will, braucht somit eine Ausnahmebewilligung der Behörden.

Einstimmig beschlossen

Triftige Gründe für entsprechende Ausnahmebewilligungen seien den Experten bisher aber nicht bekannt, schreibt das Fedpol. Der Entscheid fiel im Ausschuss Waffen und Munitionen, in welchem sich unter anderem das Fedpol, Vertreter von kantonalen Waffenbüros und die Oberzolldirektion regelmässig über die Umsetzung des Waffenrechts austauschen.

«Grund für das Verbot sind die Ereignisse in Las Vegas», erklärt Fedpol-Sprecherin Catherine Maret auf Anfrage. Die Behörden hätten sich in den letzten Tagen vertieft mit Bump Stocks auseinandergesetzt und einstimmig mit den Kantonen beschlossen, ein Verbot auszusprechen. Verantwortlich für die Umsetzung des Verbots sind die kantonalen Vollzugsorgane.

Aussagen darüber, wie viele Bump Stocks in der Schweiz im Umlauf sind, lassen sich kaum treffen. Die Kantonspolizei Zürich erklärt auf Anfrage, sie habe keinerlei Angaben darüber, wie viele Bump Stocks es im Kanton Zürich gebe. Das Fedpol geht davon aus, dass Bump Stocks in der Schweiz nicht sehr verbreitet sind.

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