Schweiz liefert Walliser Mafia-Mitglieder aus

Die Aushebung der Schweizer 'Ndrangheta-Zelle schlug hohe Wellen. Nun werden zwei der verhafteten Mitglieder nach Italien überführt.

Diese Videosequenz stellte die kalabresische Polizei ins Internet: Die Schweizer 'Ndrangheta-Zelle redet über Erpressung, Kokain und Heroin. (22. August 2014)

Diese Videosequenz stellte die kalabresische Polizei ins Internet: Die Schweizer 'Ndrangheta-Zelle redet über Erpressung, Kokain und Heroin. (22. August 2014)

(Bild: Keystone Carabinieri di Reggio Calabria)

Zwei Mitglieder der 'Ndrangheta, die im März im Wallis verhaftet worden sind, sollen nach Italien ausgeliefert werden. Das Bundesamt für Justiz hat dafür grünes Licht gegeben.

Die beiden Männer waren in Italien wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation in Abwesenheit verurteilt worden. Das Gericht von Reggio Calabria verhängte gegen sie Freiheitsstrafen von sechs und neun Jahren.

Beschwerde möglich innert 30 Tagen

Da Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation auch in der Schweiz strafbar ist, seien die Voraussetzungen für eine Auslieferung erfüllt, teilte das Bundesamt für Justiz (BJ) am Mittwoch mit.

Die beiden Männer können nun innert 30 Tagen beim Bundesstrafgericht Beschwerde gegen die Auslieferung einlegen. Das Urteil des Bundesstrafgerichts wiederum kann nur in besonderen Fällen an das Bundesgericht weitergezogen werden.

Grossrazzia im März

Die beiden Italiener sitzen derzeit in Auslieferungshaft. Sie waren zusammen mit 13 weiteren mutmasslichen Mitgliedern der kalabresischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta Anfang März in einer koordinierten Aktion in den Kantonen Thurgau, Wallis und Zürich festgenommen worden.

Die 13 anderen Festgenommenen sollen Mitglieder der sogenannten Frauenfelder Zelle der 'Ndrangheta sein, gegen welche die Bundesanwaltschaft seit Jahren ermittelt. Ob diese Personen ebenfalls ausgeliefert werden sollen, ist noch offen. Das Bundesamt für Justiz habe noch nicht entschieden, teilte es heute mit.

Keine Auslieferungsverpflichtung bei Frauenfelder Zelle

Anders als bei den beiden im Wallis verhafteten Männern besteht im Falle der mutmasslichen Mitglieder der Frauenfelder Zelle grundsätzlich keine Auslieferungsverpflichtung, weil die strafbaren Handlungen in der Schweiz begangen worden sein sollen.

Die 13 Personen wurden gegen Kaution und weitere Auflagen aus der Haft entlassen. Das Bundesamt für Justiz erachtet das Fluchtrisiko und die Verdunkelungsgefahr als gering. Gemäss den italienischen Behörden sollen die Verdächtigen an Treffen mitgewirkt, an Riten teilgenommen und sich den hierarchischen Strukturen und dem bedingungslosen Gehorsam untergeordnet haben.

sep

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