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«Schweiz kein Steuerparadies – Deutschland eine Steuerhölle»

Hunderte Leser von Redaktion Tamedia kommentieren den Steuerstreit zwischen der Schweiz und Deutschland. Befürworter und Kritiker halten sich dabei die Waage.

Stellen Sie sich so das Paradies vor? Blick auf den Zürichsee mit seinen steuergünstigen Gemeinden.
Stellen Sie sich so das Paradies vor? Blick auf den Zürichsee mit seinen steuergünstigen Gemeinden.
Keystone

Der Streit um die Schweizer Steuerpraxis spaltet die Leserschaft von Redaktion Tamedia. Viele Leser kritisieren die Haltung der Schweiz und geben dem deutschen Finanzminister Peer Steinbrück Recht: «Wenn es die Schweiz nötig hat, Steuersündern zu helfen, dann schäme ich mich, Schweizer zu sein», lautet ein Kommentar. Ein anderer Leser hat Verständnis für die Angriffe von deutscher Seite. «Die Deutschen dürfen sich wehren, wenn ihre Bürger Geld in die Schweiz tragen». Auch die Empörung von Micheline Calmy-Rey über die «Peitsche» von Steinbrück stösst bei vielen auf Unverständnis: «Weshalb verschliessen wir die Augen vor den Tatsachen? Auch wenn Peitsche ein hartes Wort ist – in Unschuld waschen sich unsere Banken die Hände sicher nicht».

Den Gegnern der Schweizer Steuerpraxis stehen im Forum etwa gleich viele Befürworter gegenüber. Diese halten die deutsche Intervention für eine Einmischung in Schweizer Angelegenheiten – und finden es verständlich, dass Deutsche ihr Geld in die Schweiz bringen. Ein Leser schreibt stellvertretend für viele: «Wenn die Steuerzahler dem Staat Deutschland entfliehen, so ist das nicht die Schuld des Schweizer Steuersystems, sondern Zeuge für ein innerdeutsches Problem».

«Sollte sich entschuldigen»

Vor allem die hohe Steuerlast in Deutschland wird als Grund für das Wegfliessen von Kapital genannt. Ein Deutscher, der in der Schweiz wohnt, rechtfertigt dies: «Die Schweiz ist kein Steuerparadies, sondern Deutschland eine Steuerhölle. Es geht lediglich um eine Ablenkung der eigenen Misswirtschaft». Ein anderer Leser fordert vom deutschen Finanzminister sogar eine Entschuldigung. «Herr Steinbrück hat sich im Ton vergriffen und sollte sich dafür entschuldigen». Viele Leser finden auch, dass Steinbrück in erster Linie den Deutschen in der Schweiz geschadet habe.

Es gibt aber auch besonnene Stimmen, die nicht von einer Konfrontation halten. So schreibt ein Leser, dass es für die Schweiz selbstverständlich sein sollte, kein «dreckiges Geld» auf den Banken zu horten. Andererseits solle Steinbrück in Deutschland zusehen, dass eine andere Steuerpolitik zu tragen käme.

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