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Arktische Länder nehmen Schweiz auf

Seit über hundert Jahren ist die Schweiz in der Arktis aktiv. Nun kann sie ihr Engagement erweitern.

Treffen im Bern: Bundesrat Didier Burkhalter mit seinem dänischen Amtskollegen Anders Samuelsen. (3. Mai 2017)
Treffen im Bern: Bundesrat Didier Burkhalter mit seinem dänischen Amtskollegen Anders Samuelsen. (3. Mai 2017)
Anthony Anex, Keystone
Der vor zwanzig Jahren gegründete Arktische Rat besteht aus acht Nationen sowie aus Vertretern indigener Völker. Ratsmitglieder sind die USA, Dänemark, Kanada, Russland, Norwegen, Finnland, Schweden und Island.
Der vor zwanzig Jahren gegründete Arktische Rat besteht aus acht Nationen sowie aus Vertretern indigener Völker. Ratsmitglieder sind die USA, Dänemark, Kanada, Russland, Norwegen, Finnland, Schweden und Island.
Mark Thiessen, Keystone
Die Vereinigten Staaten wollen sich nach Aussage des US-Aussenministers Rex Tillerson nicht von anderen Arktis-Staaten zu vorschnellen Entscheidungen in der Klimapolitik drängen lassen.
Die Vereinigten Staaten wollen sich nach Aussage des US-Aussenministers Rex Tillerson nicht von anderen Arktis-Staaten zu vorschnellen Entscheidungen in der Klimapolitik drängen lassen.
Mark Thiessen, Keystone
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Die Schweiz hat beim Treffen des Arktischen Rats den beantragten Beobachterstatus erhalten. Damit wird die Schweiz das 13. Land, welches als Beobachter bei dem Rat dabei sein kann. Der Rat hiess am Donnerstag bei seinem Treffen in Fairbanks im US-Bundesstaat Alaska sieben Anträge auf Beobachterstatus gut, wie er in einer Medienmitteilung bekanntgab, darunter jenen der Schweiz.

Der vor 20 Jahren gegründete Arktische Rat besteht aus acht Nationen sowie aus Vertretern indigener Völker. Ratsmitglieder sind die USA, Dänemark, Kanada, Russland, Norwegen, Finnland, Schweden und Island. Zu den Prioritäten der Ratsarbeit gehört der Kampf gegen den Klimawandel. Auch sind die unter dem Arktiseis lagernden Rohstoffe ein heiss diskutiertes Thema.

Als Beobachterstaat kann die Schweiz nun an den Sitzungen und Arbeitsgruppen des Rates teilnehmen, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitag mitteilte. Die Schweiz könne dabei ihr Know-How einbringen und sich an Forschungsinitiativen in einer Weltregion beteiligen, die wirtschaftlich und geopolitisch immer wichtiger werde.

Wissenschaftliche Interessen

Bundesrat Didier Burkhalter hatte vor zehn Tagen beim Treffen mit seinem dänischen Amtskollegen Anders Samuelsen in Bern den Antrag auf Beobachterstatus im Arktischen Rat besprochen. Die Schweiz ist nun zusammen mit Ländern wie Deutschland, Frankreich, China, Japan oder Indien Beobachter im Arktischen Rat.

Für die Schweiz gehe es weiterhin vor allem um wissenschaftliche Interessen. Die Schweiz sei seit über 100 Jahren aktiv in der Arktis, sagte EDA-Botschafter Stefan Flückiger in der Sendung «Heute Morgen» von Schweizer Radio SRF. Es gebe auch Gemeinsamkeiten der Arktis mit den Alpen.

Zudem sei auch die Schweiz betroffen von den Vorgängen in der Arktis. Das Schmelzen der Polkappen führe etwa zu kürzeren Handelsrouten. Auch seien dort reiche Rohstoffvorkommen.

USA wollen nicht auf Druck reagieren

Die Vereinigten Staaten wollen sich nach Aussage des US-Aussenministers Rex Tillerson nicht von anderen Arktis-Staaten zu vorschnellen Entscheidungen in der Klimapolitik drängen lassen. Die USA überprüften derzeit einige wichtige Regelungen und würden dabei nichts überstürzen, sagte er bei einem Treffen in Fairbanks.

Das Gremium nahm dabei eine neunseitige Erklärung an. In dieser wird festgestellt, dass die Erwärmungsrate in der Arktis zweimal höher ist als auf dem Rest des Planeten. Der Schadstoffausstoss müsse reduziert werden, der Klimawandel sei eine der verheerendsten Gefahren für die Artenvielfalt in der Arktis. Tillerson unterschrieb die Erklärung.

Die schwedische Aussenministerin Margot Wallström zeigte sich nach einer privaten Unterhaltung mit Tillerson hoffnungsvoll. Er habe ihr gesagt, erst werde die Regierung ihre Klimapolitik festlegen und dann über den Verbleib im Pariser Klimaschutzabkommen entscheiden. Dieses Vorgehen habe sich vernünftig angehört, sagte sie.

SDA/nag

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