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Schulleiter und Lehrer schalten sich in Kopftuch-Fall ein

Im Fall der zwei somalischen Mädchen, die wegen ihrer Kopftücher die Schule in Heerbrugg nicht besuchen durften, haben sich nun Lehrer- und Schulleiterverband geäussert – und üben Kritik.

Wollen ihre Kopftücher nicht ablegen: Zwei somalische Mädchen in Heerbrugg. (Bild: Screenshot «10vor10»)
Wollen ihre Kopftücher nicht ablegen: Zwei somalische Mädchen in Heerbrugg. (Bild: Screenshot «10vor10»)

Der Fall der zwei somalischen Mädchen, die die Primarschule in Heerbrugg wegen ihres Kopftuches nicht besuchen durften, sorgt für Ärger. Der Schweizer Schulleiterverband, der Lehrerverband und auch der Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz der Deutschschweiz, Christian Amsler, äussern gegenüber «10vor10» Kritik.

«Eine Kopfbedeckung, zum Beispiel eine Kippa oder ein Kopftuch, stört den Unterricht nicht. Es gibt deshalb keinen Grund, diese zu verbieten», sagt Christian Amsler. Der höchste Erziehungsdirektor der Deutschschweiz distanziert sich vom Vorgehen seines Amtskollegen im Kanton St. Gallen, Stefan Kölliker.

Dieser hatte den Schulen im Kanton in einem Kreisschreiben empfohlen, Kopfbedeckungen aller Art im Unterricht zu verbieten. Kölliker selber will sich trotz Kritik nicht äussern. Schriftlich lässt er «10vor10» ausrichten: «Das Bildungsdepartement nimmt zum konkreten Fall keine Stellung. Als Rekursinstanz können wir uns dazu nicht äussern.»

Kritik des Lehrerverbandes

Kölliker muss sich auch von Seiten der Lehrer Kritik gefallen lassen. Beat Zemp, Präsident des Schweizer Lehrerverbandes, kritisiert das Vorgehen der betreffenden Schule in Heerbrugg. Ein Schulausschluss sei kontraproduktiv für die Integration, sagt er gegenüber «10vor10». Und auch der Verband der Schulleiter ist empört über das Vorgehen im Kanton St. Gallen. Dieses Vorgehen sei in der Schweiz einzigartig, sagt Präsident Bernard Gertsch.

Betroffene Schule will Fall neu beurteilen

Die Heerbrugger Schulleitung trifft sich am Montag zu einer Sitzung, an der sie das weitere Vorgehen besprechen will. Schulratspräsident Walter Portmann fühlt sich in der Sache als Sündenbock. «Wir haben nur eine Empfehlung des Erziehungsrates umgesetzt.»

Portmann will sich nun dafür einsetzen, dass die somalischen Mädchen mehr Zeit erhalten, um sich an die hiesigen Gepflogenheiten zu gewöhnen. Und er hofft, dass das Bundesgericht bis dahin einen Grundsatzentscheid fällen wird.

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