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Schröder auf Gas-Werbetour in Bern

Der deutsche Ex-Kanzler Gerhard Schröder hat in Bern auf die Vorzüge von Gas – besonders aus Russland – hingewiesen. Zum umstrittenen Prozess gegen Pussy Riot wollte er sich nicht äussern.

Findet die Ressourcenabhängigkeit sei kein Problem: Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder während seines Vortrages in Bern. (13. September 2012)
Findet die Ressourcenabhängigkeit sei kein Problem: Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder während seines Vortrages in Bern. (13. September 2012)
Keystone

Erdgas könne in den nächsten Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag an die verlässliche und bezahlbare Energieversorgung Europas leisten. Das betonte Schröder am ersten Schweizer Energie- und Klimagipfel (SwissECS) auf dem Bundesplatz. Der deutsche Regierungschef der Jahre 1998 bis 2005 präsidiert heute unter anderem den Aufsichtsrat der Nord Stream AG, die russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland transportiert.

«Wenn ich die Situation im Nahen Osten richtig einschätze, werden wir in nächster Zeit dankbar sein, dass wir über Pipelines versorgt werden können, auf die wir Zugriff haben und die uns etwa mit russischem Gas versorgen», sagte Schröder wörtlich.

Zwar sei es richtig, dass der Import von Energieträgern Abhängigkeiten schaffe. Doch umgekehrt seien die Lieferanten auch abhängig von ihren Abnehmern. Der richtige Weg in der Energiepolitik führe nach seiner Überzeugung über «Dialog und gegenseitige Verflechtung».

Generell sprach sich Schröder für einen breiten Energiemix aus. Dabei werde Erdgas eine besondere Rolle spielen, denn Gaskraftwerke seien die ideale Ergänzung zu den erneuerbaren Energien, weil sie flexibel und dezentral betrieben werden könnten. Zudem sei Erdgas «unter allen fossilen Energieträgern am klimafreundlichsten».

Kein Kommentar zu Pussy Riot

Auf eine Diskussion über die Menschenrechtslage in Russland mochte sich Schröder im anschliessenden Gespräch mit einem Journalisten nicht einlassen. «Ich werde diese Frage nicht öffentlich diskutieren», sagte Schröder zum Stichwort Pussy-Riot- Prozess.

Der Westen habe keine Chance, «Veränderungen heraufzubeschwören und Einsichten zu erreichen», wenn westliche Politiker glaubten, solche Fragen öffentlich ausdiskutieren zu wollen. «Gehen Sie davon aus, dass ich das, was nötig ist, intern schon sagen werde, aber dabei wird es bleiben», beschied Schröder dem Publikum.

Gegen ewige Subventionen

Dass die erneuerbaren Energien an Bedeutung gewinnen sollten, stehe ausser Frage, hielt Schröder weiter fest. Er warnte aber davor zu glauben, dass man zum Beispiel bei der Produktion von Solarzellen auf Dauer von Subventionen leben könne. «Irgendwann müssen sie sich am Markt behaupten können.»

Die europäische Solarindustrie werde sich ähnlich spezialisieren müssen wie andere Industrien, die unter Lohnkostendruck gelitten hätten, zum Beispiel die deutsche Textilindustrie.

Der dreitägige «Swiss Energy and Climate Summit» in Bern geht morgen zu Ende. Zum Abschluss sollen der Wirtschaft neue Geschäftsfelder in der Energie- und Umwelttechnik aufgezeigt werden.

SDA/ses

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