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SBB-Pläne bringen Kunden in Rage

Die Absicht der SBB, die Tarife in Stosszeiten zu erhöhen, hat eine geballte Ladung Kritik ausgelöst.

Die SBB wollen die Preise für Bahnbillette an das Fahrgastaufkommen anpassen. So viel ist klar. Doch wie das passieren soll, darüber scheint es unterschiedliche Meinungen zu geben. Noch vor drei Wochen wollte SBB-Chef Andreas Meyer Pendler mit günstigen Billetten dazu bringen, auf Züge zu verkehrsarmen Tageszeiten umzusteigen. Personenverkehrschef Paul Blumenthal hingegen denkt laut über Zuschläge für Stosszeiten nach.

Diese Ankündigung hat eine geballte Ladung Kritik ausgelöst. Die Stiftung für Konsumentenschutz etwa ist bestürzt: «Stosszeiten dürfen nicht teurer werden», sagt Geschäftsleiterin Sara Stalder. Nötig seien grössere Anreize für schlecht frequentierte Zeiten, aber kein Schröpfen der Pendler, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind.

Der Benutzerverband Pro Bahn Schweiz sieht das auch so und hat klare Vorstellungen darüber, wie viel billiger die Randzeiten-Abos für Stammkunden sein sollen. «Beim 9-Uhr-Pass des Zürcher Verkehrsverbundes sind es 25 Prozent», sagt Präsident Edwin Dutler. «Für ein nationales 9-Uhr-GA fordern wir mindestens diese Reduktion, nach Anpassung des Grundpreises an die allgemeine Teuerung.» Der Verkehrs-Club der Schweiz hat unlängst vorgeschlagen, ein verbilligtes Generalabo «GA light» zu schaffen, das in den Spitzenzeiten nur als Halbtaxabo zählt.

Franziska Troesch-Schnyder, Präsidentin des Konsumentenforums Schweiz, begrüsst es, wenn die SBB mit tieferen Preisen Anreize setzen, in verkehrsarmen Zeiten zu fahren. «Der umgekehrte Ansatz bestraft jedoch die Arbeitnehmer, die zu einer bestimmten, nicht selbst gewählten Zeit am Arbeitsplatz eintreffen müssen.»

Preisüberwacher hat Einwände

Obschon nicht die SBB, sondern der Verband Öffentlicher Verkehr das neue Tarifsystem beschliessen wird, hat auch das Büro des Preisüberwachers Einwände. «Wenn die SBB auf gut genutzten Fernverkehrsstrecken, die schon genug Gewinn abwerfen, weitere Zuschläge erheben, haben wir ein ernsthaftes Problem», sagt Geschäftsführer Beat Niederhauser. Das könne missbräuchlich sein.

Die Konsumentenorganisationen fragen sich auch, wie praktikabel das neue System wäre. Schon heute hätten viele Leute Probleme mit den Automaten, und mit der Geltungsdauer je nach Streckenlänge sei das System schon kompliziert genug.

Auch online fielen die Reaktionen auf die Pläne von SBB-Manager Blumenthal negativ aus. Viele Leser von newsnetz/tagesanzeiger.ch schrieben, sie würden wieder aufs Auto umsteigen, wenn das Zugfahren am Morgen teurer würde.

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