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SBB prüft grosszügigere 1.-Klass-Abteile

Wie grosse Tische braucht es in Fernverkehrzügen? Sind acht Sitze in einem 1.-Klass-Zugabteil zu viel? Die SBB reagieren mit einer Kundenumfrage auf Kritik an ihren Zügen.

Sollen alle Fernverkehrzüge nur über sechs Sitze pro 1.-Klass-Abteil verfügen? Zwei Passagiere reisen 1. Klasse in einem Intercity-Zug. (Archivbild: Keystone)
Sollen alle Fernverkehrzüge nur über sechs Sitze pro 1.-Klass-Abteil verfügen? Zwei Passagiere reisen 1. Klasse in einem Intercity-Zug. (Archivbild: Keystone)

Die SBB reagiert auf die Kritik am Komfort in gewissen 1.-Klass-Zugabteilen. Sie prüft, ob in Zukunft im Fernverkehr ausschliesslich Abteile mit sechs Sitzen angebracht werden sollen. Heute sind auf einigen Strecken auch Regio-Doppelstock-Züge mit acht Sitzen pro 1-Klass-Abteil im Einsatz.

Auf den Linien Zürich-Schaffhausen und Basel-Zürich Flughafen führt die SBB eine Kundenumfrage durch, wie das Unternehmen mitteilte. Konkret will die SBB wissen, ob die Kunden eine Rückkehr zum System mit sechs Sitzen pro Abteil bevorzugen und dafür in Kauf nehmen, dass weniger Sitzplätze zur Verfügung stehen und sie allenfalls während der Fahrt stehen müssen.

Zufriedene Pro Bahn

Weiter werden die Kunden auch zur Beleuchtung und zur Tischgrösse befragt. Die Ergebnisse sollen im Herbst 2014 vorliegen. Dann will die SBB auch bekannt geben, auf welches System man im Fernverkehr in Zukunft setzt. Im Regionalverkehr, wo die Passagiere kürzere Zeit im Zug verbringen, sollen die Regio-Doppelstock-Züge weiterhin mit der bisherigen Ausstattung verkehren.

Bei Pro Bahn, der Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs, nimmt man «mit Befriedigung» von der Ankündigung der SBB Kenntnis. «Damit würden gerade auf Fernverkehrsstrecken wieder für alle Passagiere die gleichen Bedingungen herrschen», schreibt Pro Bahn in einer Mitteilung.

Kritik von Behindertenorganisation

Hans Frei, Zentralpräsident der Behindertenorganisation Procap Schweiz hingegen fordert in einem offenen Brief an die SBB, dass die Regio-Doppelstock-Züge beibehalten werden. Diese seien behindertengerecht. Dank Niederflurtechnik könne der Zug von Mobilitätsbehinderten selbstständig betreten werden. Zudem verfüge er über ein WC, das auch Reisende im Rollstuhl benutzen könnten.

Bei älteren Kompositionen mit mehr Komfort für die 1.-Klass-Passagiere sei dies nicht der Fall. Frei ärgert sich: Die 1.-Klasse-Komfortanliegen würden völlig überbewertet, die Anliegen der Behinderten marginalisiert.

SDA/thu

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