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Roma-Cover: Verfahren gegen «Weltwoche» eingestellt

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hatte ein Strafverfahren wegen eines Bildes gegen die Zeitung eingeleitet. Das Cover zeigte einen Roma-Jungen, der eine Pistole in der Hand hält. Nun wurde das Verfahren eingestellt.

Darf bezüglich Roma-Cover aufatmen: «Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel.
Darf bezüglich Roma-Cover aufatmen: «Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel.
Keystone

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat die Strafanzeige wegen Rassendiskriminierung gegen die «Weltwoche» eingestellt. Dies berichtet die «Weltwoche» auf ihrer Facebook-Seite. Die Sprecherin der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft, Corinne Bouvard, bestätigte die Einstellung auf Anfrage. Innert zehn Tagen können unmittelbar Betroffene Beschwerde einreichen; das Urteil ist also noch nicht rechtskräftig.

Die Wochenzeitung hatte Anfang April einen kleinen Roma-Buben auf dem Titelbild gezeigt, der mit einer Pistole auf den Betrachter zielte. Das Bild mit der Legende «Die Roma kommen: Raubzüge durch die Schweiz» illustrierte einen Bericht über Roma-Kriminalität.

«Volk nicht herabgesetzt»

Die «Weltwoche» setze die Roma in ihrer Berichterstattung «als Volk nicht hinunter», heisst es in der Verfügung, die dem Tages-Anzeiger vorliegt. Vielmehr fokussiere sie auf die Straftaten der umschriebenen Clans. Das zeige sich schon durch die Formulierung «Familienbetriebe des Verbrechens» auf dem Titelblatt. Zudem würden die Autoren im Bericht schreiben, «die Kinder seien eher Opfer als Täter». Das dürften sie «in einem Symbolbild eines Kindes mit einer Pistole zum Ausdruck bringen». Die Anzeige-Erstatter hätten das Bild «aus dem Zusammenhang gerissen».

«Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel, der den Rassismusvorwurf von Beginn weg entschieden zurückwies, zeigt sich zufrieden über den Entscheid: «Die ‹Weltwoche› deckt Missstände auf und scheut sich nicht, auch unangenehme, aber wichtige Themen wie kriminelle Roma-Banden zu recherchieren. Dass die unhaltbaren Vorwürfe so klar zurückgewiesen wurden, freut mich.»

Er könne Leute verstehen, die das Bild des Roma-Kindes als «aufrüttelnd bis unangenehm» empfänden. Aber deswegen könne man nicht auf eine Berichterstattung verzichten. «Im Gegenteil.» Beim Bild handelt es sich laut Köppel um ein «dokumentarisches Bild, das die Problematik symbolisch auf den Punkt bringt»: Kriminelle Roma-Familien setzten ihre Kinder gezielt für Verbrechen ein.

Die Pistole war eine Spielzeugwaffe

Das Bild war ursprünglich in einem ganz anderen Zusammenhang aufgenommen worden, wie sich später herausgestellt hatte. Die Pistole war eine Spielzeugwaffe. Nach der Veröffentlichung des Titelbildes hatte es Kritik gehagelt. Es sei rassistisch und verstosse gegen die Rassismus-Strafnorm. Nach mehreren Anzeigen in der Schweiz leitete die Zürcher Staatsanwaltschaft Anfang Juni eine Strafuntersuchung ein, um abzuklären, ob die «Weltwoche» mit dem Titelbild gegen die Antirassismus-Strafnorm verstosse.

Das Cover stiess auch in Deutschland auf Empörung. Unter anderem reichte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Deutschland Strafanzeige ein. Die Bildagentur laif bezeichnete die Verwendung des Fotos als missbräuchlich.

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