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Rentner fordern Tempolimit 5 auf Skipisten

Die Jugendsession gibt sich in einer Werbekampagne als militante Rentner-Partei aus, die für Ruhe und Ordnung in der Schweiz sorgen will. Sogar Senioren finden das lustig.

Für langsamere E-Mails, für ein radikales Tempolimit auf Schweizer Skipisten und für ein Verbot des Zeitungsrascheln im Zug. So lautet der ziemlich verwegene Forderungskatalog der neu gegründeten Partei «Liste 77», die derzeit auf Plakatwänden in der Deutschschweiz auf sich aufmerksam macht. Doch was wie eine Kampfansage einer militanten Pensionierten-Gruppe daherkommt, ist eine provokante Werbekampagne für die Jugendsession. Sie hat in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände die Werbeoffensive realisiert. «Überlass Politik nicht nur alten Leuten. Komm an die Jugendsession», lautet der Slogan, mit dem Junge zur aktiven Teilnahme an der Politik bewegt werden sollen.

Wollen sich da Jungpolitiker auf Kosten der älteren Bevölkerung lustig machen? «Wir möchten gezielt provozieren, die Idee ist nicht, ältere Menschen vor den Kopf zu stossen», erklärt Jungpolitiker Geo Taglioni auffallend diplomatisch. Ihm sei klar, ohne ältere Leute gehe es nicht, weder in der Politik noch in der Gesellschaft, so Taglioni. Jugendliche seien bei politischen Entscheiden jedoch immer noch untervertreten.

Die Kampagne scheint Senioren denn auch nicht in den falschen Hals zu geraten: Bisher seien bloss wenige negative Rückmeldungen eingegangen, so die Organisatoren, und wenn, dann ausschliesslich von Personen unter 60 Jahren. Von Generationenkonflikt keine Spur: «Als ich 18-jährig war, fand ich, dass die Leute im Alter von 35 «alt» seien. «Ich glaube, dass die Plakate ein wenig von derselben Idee ausgehen», findet Christiane Jaquet-Berger, Vizepräsidentin des Schweizerischen Seniorenrats (SSR). Wenn man die Bundesräte sehe, nehme man schnell wahr, dass sie näher beim Durchschnittsalter der SSR-Mitglieder liegen würden als bei Mittelschülern. Die alt Nationalrätin findet die Kampagne „gut ... und richtig.“

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