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Rappaz drohen zwei weitere Jahre Haft

Der Staatsanwalt hat heute vor dem Bezirksgericht in Martigny eine zusätzliche Haftstrafe von 28 Monaten für den Hanfbauer verlangt. Rappaz werden mehrere Gesetzesverstösse vorgeworfen.

Ganz in Weiss: Bernard Rappaz wird ins Gericht geführt.
Ganz in Weiss: Bernard Rappaz wird ins Gericht geführt.
Keystone

Die Haftstrafe von Bernard Rappaz könnte sich um gut zwei Jahre verlängern: Der Staatsanwalt hat am Montag vor dem Bezirksgericht in Martigny VS eine zusätzliche Haftstrafe von 28 Monaten für den Hanfbauer verlangt. Diese käme zur aktuellen Haftstrafe von fünf Jahren und acht Monaten hinzu.

In seinem Plädoyer bezeichnete der Staatsanwalt den Hanfbauer als Produzenten, «der sich systematisch organisiert hat, um leicht Geld zu machen». Bernard Rappaz sei der «einzige wirklich grosse Produzent von Rauschgift in diesem Kanton», sagte er weiter.

Seit 2002, als Rappaz provisorisch aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, hatte der Hanfbauer in grossem Stil Hanfprodukte verkauft. 2006 war er schliesslich für seine bis 2002 begangenen Delikte zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und acht Monaten verurteilt worden.

Haschisch und Hanf im Gesamtwert von 1,3 Millionen Franken

Laut Staatsanwaltschaft hatte Rappaz von 2002 bis 2006 mehr als 260 Kilogramm Haschisch, 100 Kilogramm Hanf, 2500 Samen und andere Hanfprodukte in Umlauf gebracht. Deren Gesamtwert beläuft sich nach Angaben des Staatsanwaltes auf mehr als 1,3 Millionen Franken.

Der Staatsanwalt verlangte deshalb eine zusätzliche Haftstrafe von 28 Monaten wegen Geldwäscherei, schweren Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz, Urkundenfälschung und weiteren Delikten. Einen strafmildernden Umstand sah er keinen.

Ähnliche Fälle milder beurteilt

Der Anwalt des Hanfbauers kritisierte seinerseits den Prozess und monierte, dieser hätte niemals stattfinden dürfen. «Fünf Jahre und acht Monate sind genug für jemanden, der alles verloren hat», sagte der Verteidiger. Rappaz' Unternehmen musste Konkurs anmelden und sein Bauernhof in Saxon VS wurde inzwischen versteigert.

Zudem habe die Justiz beim ersten Prozess von weiteren Delikten seines Klienten gewusst. Diese hätten bei der ersten Strafe miteinbezogen werden müssen, gab sich der Verteidiger überzeugt. Deshalb darf nach dessen Ansicht die Haftstrafe für den Hanfbauer nicht weiter erhöht werden.

Rappaz' Anwalt verwies zudem auf ähnliche Fälle, die in anderen Kantonen vor Gericht kamen und wesentlich milder beurteilt wurden. Dabei betrug das höchste Strafmass 32 Monate Haft, während Rappaz nun eine Strafe von insgesamt rund acht Jahren drohe. «Das ist übertrieben,» sagte der Anwalt.

SDA/jak

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