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Die Prämien steigen 2017 um 4,5 Prozent

Bundesrat Alain Berset erklärte den Aufschlag der Krankenkassenprämien im nächsten Jahr. Eltern erwartet ein happiger Aufschlag.

foa/rub
Überbringer der jährlichen Hiobsbotschaft: Gesundheitsminister Alain Berset im Medienzentrum des Bundes in Bern. (25. September 2016)
Überbringer der jährlichen Hiobsbotschaft: Gesundheitsminister Alain Berset im Medienzentrum des Bundes in Bern. (25. September 2016)
Anthony Anex, Keystone

Die Krankenkassenprämien für Erwachsene steigen im nächsten Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent. Am grössten ist der Anstieg mit 6,6 Prozent bei den Kinderprämien. Grund dafür sei, dass die Prämien bei den Kindern in den letzten Jahren die Kosten nicht mehr zu decken vermochten, schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einer Mitteilung von heute.

Zwar müssen die Krankenkassen für Kinder tiefere Prämien festsetzen als für Erwachsene. Die Höhe des Rabatts ist aber nicht vorgeschrieben. Vor den Medien erklärte Bundesrat Alain Berset, der Preisunterschied zwischen den Prämien für Erwachsene und Kindern nehme ab, weil auch die Behandlung von Kindern immer teurer werde. Auch die jungen Erwachsenen werden 2017 stärker zur Kasse gebeten: Ihre Prämien steigen im Schnitt um 5,4 Prozent.

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Die Prämienerhöhung um 4,5 Prozent gilt für sogenannte Standardprämien – die Grundversicherung einer erwachsenen Person mit 300 Franken Franchise und Unfalldeckung. Je nach Kanton und persönlicher Situation des Versicherten variieren die Zahlen stark.

In sieben Kantonen (AG, BE, LU, SH, TG, ZG, ZH) liegen die durchschnittlichen Anpassungen der Standardprämien unter 4 Prozent. Personen in elf Kantonen (AI, BL, FR, GE, GL, GR, JU, NE, SO, TI, VS) müssen mit einem Anstieg von über 5 Prozent rechnen.

Basler und Genfer zahlen am meisten

Am höchsten sind die Prämien für Erwachsene weiterhin in Basel und Genf mit 567 respektive 554 Franken. Die günstigsten Prämien bezahlen Erwachsene in Appenzell Innerrhoden mit 347 Franken und in Nidwalden mit 360 Franken.

Einen Einfluss auf die nächstjährigen Prämienanstiege hat auch der sogenannte verfeinerte Risikoausgleich. Kassen mit vielen gesunden Versicherten müssen ab 2017 mehr Geld in den Ausgleich einzahlen, ihre Prämien dürften stärker ansteigen. Krankenkassen mit Versicherten, die viele medizinische Leistungen benötigen, erhalten mehr Geld aus dem Ausgleichstopf. Diese Kassen dürften die Prämien moderater nach oben anpassen.

Die Krankenkassen müssen ihre Versicherten bis Ende Oktober über die Prämien für das kommende Jahr informieren. Ein Wechsel der Krankenkasse oder des Versicherungsmodells ist dann bis Ende November möglich.

Prämien steigen kontinuierlich

Die Krankenkassenprämien sind seit der Einführung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Jahr 1996 jedes Jahr angestiegen, in den letzten zehn Jahren im Schnitt um 3,6 Prozent. Lag die Durchschnittsprämie bei der Einführung noch bei 173 Franken pro Monat, sind es im nächsten Jahr bereits 447 Franken. Das BAG begründet dies mit der demographischen Entwicklung, dem medizinisch-technischen Fortschritt und Mengenwachstum.

Gesundheitsminister Berset sagte bei der Präsentation der Aufschläge, auch künftig müsse man mit steigenden Krankenkassenprämien rechnen. Er führte dabei insbesondere die Alterung der Gesellschaft als Grund an. Um das Kostenwachstum zu dämpfen seien alle Akteure gefordert: Ärzte, Spitäler, Pharma-Unternehmen und auch die Patientinnen und Patienten. «Alle müssen noch mehr tun», forderte Berset.

Der Wettbewerb soll künftig vermehrt über die Leistungserbringung, Kostenkontrolle und Innovation erfolgen und weniger über die Jagd nach sogenannten guten Risiken, in der Regel jüngere Versicherte. Durch den verfeinerten Risikoausgleich hätten sich die Prämien der einzelnen Kassen bereits etwas angeglichen. Ab 2018 ist geplant, die Prämien regional festzulegen und nicht mehr gesamtschweizerisch.

(SDA)

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