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Nur noch befristete Führerscheine für Senioren

Der Bund will Autofahrer über 70 alle zwei Jahre zum Arzt schicken – und ihnen bei Untauglichkeit das Billett entziehen.

Striktere Kontrollen: Ein Fahrberater mit einem 83-jährigen Fahrer (Archvibild).
Striktere Kontrollen: Ein Fahrberater mit einem 83-jährigen Fahrer (Archvibild).

Auf zwei Jahre beschränkte Fahrausweise und alle zwei Jahre ein obligatorischer, landesweit einheitlicher medizinischer Check: Der Bund will Autofahrer über 70 stärker prüfen und untaugliche Fahrer aus dem Verkehr ziehen. Das Bundesamt für Strassen Astra werde dem Bundesrat Ende Jahr einen entsprechenden Vorschlag überreichen. Betroffen sind rund 350’000 Rentner mit Fahrzeugausweis.

72 Menschen starben 2008 bei Unfällen mit Senioren über 70 am Steuer. Entsprechend starb jeder fünfte Verkehrstote in der Schweiz bei einem Unfall, in den ein Senior-Lenker involviert war. Menschen über 70 Jahren verursachen damit mehr tödliche Verkehrsunfälle als die 21- bis 30-jährigen Autofahrer – das zeigt eine Erhebung des Bundesamts für Statistik (BfS) für den «Sonntag».

Auch Versicherung könnte teurer werden

Astra werde dem Bundesrat Ende Jahr einen Massnahmenkatalog unterbreiten, berichtet das Blatt weiter. Er sieht vor, dass Fahrer über 70 das Billett nur noch auf zwei Jahre befristet erhalten. Dann müssen alle Senioren zum obligatorischen Fahrtauglichkeitstest und beim Strassenverkehrsamt den Ärzte-Attest einreichen. Zudem sollen die medizinischen Kontrolluntersuchungen landesweit vereinheitlicht werden und die untersuchenden Ärzte brauchen neu eine Zulassung von den kantonalen Behörden. Der 79-jährige Anton Scherler, Präsident des Seniorenverbands Nordwestschweiz, ist entsetzt: «Der obligatorische Fahrtauglichkeitstest ist eine Diskriminierung von Senioren», wird er zitiert.

Auch Autoversicherer rütteln an einem Tabu: Die Basler Versicherung will die Einführung eines Senioren-Zuschlags nicht länger ausschliessen. «Die altersabgestufte Versicherungsprämie könnte bei der Basler Versicherung in Zukunft ein Thema werden», sagte ein Unternehmenssprecher im «Sonntag».

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