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Neues Paket im Kampf gegen Hooligans geschnürt

Die Kantone wollen im Kampf gegen Gewalt im Sport vorwärtsmachen. Vertreter der öffentlichen Hand haben konkrete Massnahmen ausgearbeitet, die sie den Sportverbänden und dem VBS vorstellen wollen.

SBB und das Fedpol haben ein Massnahmenpaket gegen Gewalt im Sport ausgearbeitet: Ein Fussballfan wird während der EM in Zürich im Jahr 2008 vom Sicherheitsdienst festgenommen.
SBB und das Fedpol haben ein Massnahmenpaket gegen Gewalt im Sport ausgearbeitet: Ein Fussballfan wird während der EM in Zürich im Jahr 2008 vom Sicherheitsdienst festgenommen.
Reuters

Kombitickets, Charterzüge, Identitätskontrollen, Rayonverbote, Bewilligungspflicht für bestimmte Spiele, Vereinheitlichung der Polizeitaktik: Das sind Stichworte eines Massnahmenpakets, mit dem die Vertreter der öffentlichen Hand endlich vorwärts machen wollen im Kampf gegen Gewalt im Sport.

Unzufrieden mit den bisherigen Ergebnissen des Runden Tischs gegen Gewalt im Sport haben der Vorstand der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) sowie Vertreter des fedpol und der SBB das Heft nun in die Hand genommen und am Freitag konkrete Vorschläge ausgearbeitet, wie die KKJPD am Freitag der Nachrichtenagentur sda mitteilte.

Diese Vorschläge sollen dem nächsten Runden Tisch unterbreitet werden, der auf den 1. September angesetzt ist und an dem auch Vertreter der Sportverbände und des VBS teilnehmen werden.

Bewilligungspflicht für Spiele

Im Rahmen einer Teilrevision des Konkordats gegen Gewalt bei Sportanlässen befürworten die Teilnehmer der Sitzung vom Freitag laut KKJPD folgende Massnahmen: Einführung einer Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Ligen und, bei Bedarf, auch der unteren Ligen.

Die Bewilligungen könnten mit Auflagen versehen werden, die unter anderem die Stadionordnung, die Sicherheitsvorkehrungen der Clubs sowie die An- und Rückreise der Fans zum Gegenstand haben könnten.

Identitätskontrollen

Befürwortet werden auch Identitätskontrollen von Fangruppen; diese Kontrollen würden gleichzeitig erlauben, Matchbesucher auf Stadionverbote, Rayonverbote oder andere Massnahmen hin zu überprüfen.

Das Bundesamt für Polizei (fedpol) wird dazu im Oktober und November 2011 einen Feldversuch durchführen. Die rechtlichen Grundlagen für die Weitergabe der Daten sind laut KKJPD vorhanden. Auch die technische Machbarkeit sei sichergestellt.

Zu den weiteren Massnahmen gehören die Einführung von Charterzügen, die Einführung eines Kombitickets für Gästefans bei Risikospielen sowie die Möglichkeit, Rayonverbote schweizweit zu verfügen. Ferner sollen Meldeauflagen bei Gewalt gegen Personen oder Sachen verfügt werden können, ohne dass zuvor die Verletzung eines Rayonverbots nachgewiesen werden muss.

Polizeitaktik vereinheitlichen

Angestrebt wird zudem eine Vereinheitlichung der Polizeitaktik, das heisst, eine flächendeckende Einführung von Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten in den Polizeikorps. Zur Revision des Konkordats soll bis Ende 2011 eine dreimonatige Vernehmlassung bei den Kantonsregierungen und weiteren interessierten Kreisen durchgeführt werden.

Der erste Runde Tisch fand im Januar 2007 statt. Die Anregung dazu kam vom damaligen Sportminister Samuel Schmid. Der Runde Tisch tritt zweimal jährlich zusammen; er ist kein Entscheidgremium.

SDA/wid

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